„Eine Welt zusammengebrochen“:

Frenzel rettet Bronze nach Edelmanns Sturzpech

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Eric Frenzel (l.) und Tino Edelmann

Cavalese - Die Kombinierer Tino Edelmann und Eric Frenzel haben bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Val di Fiemme Bronze im Team-Sprint geholt.

Eric Frenzel holte alles aus sich heraus, stürmte die Zielgerade entlang und konnte das Malheur von Pechvogel Tino Edelmann zumindest teilweise ausbügeln: Die deutschen Kombinierer haben im letzten Rennen der WM in Val di Fiemme Bronze im Team-Sprint gewonnen, nach einem Sturz von Edelmann den möglichen goldenen Abschluss aber verpasst. „Der Faller war meine Schuld, ganz klar. In dem Moment ist eine Welt zusammengebrochen“, sagte der untröstliche Edelmann mit Tränen in den Augen.

Im Ziel konnten den 27-Jährigen auch die Schulterklopfer von Frenzel, der 48 Stunden zuvor Weltmeister von der Großschanze geworden war, und Bundestrainer Hermann Weinbuch nicht aufmuntern. „Das war ein sehr harter Fight, wir können uns über die Medaille freuen“, sagte Frenzel.

Als Schlussläufer der als Führende nach dem Springen in die 10x1, 5 km Langlauf gegangenen Deutschen konnte er auf der Zielgeraden noch den Japaner Akito Watabe abfangen. Gold holte souverän Frankreich vor Österreich, für den überragenden Jason Lamy-Chappuis war es bereits der dritte Titel in Val di Fiemme.

„Natürlich hat die Ausgangslage nach mehr gerochen. Aber mit Bronze können wir sehr zufrieden sein“, sagte Weinbuch. Edelmann, der nach sechsmal WM-Silber endlich seinen ersten Titel gewinnen wollte, konnte dies aber nicht trösten: „Vor meinen Augen sind bei dem Sturz zwei Medaillen zerplatzt, das ist so bitter.“

Auf seiner letzten Runde hatte sich Edelmann im Kampf um Gold ohne Fremdeinwirkung bäuchlings in den Schnee gelegt, Frankreich und Österreich waren auf und davon. Edelmanns Freundin Christin und Frenzels Lebensgefährtin Laura schlugen auf der Tribüne die Hände vors Gesicht. Nur Frenzels Sohn Philipp wedelte weiter munter mit der Deutschland-Fahne.

„Ich bin mit der Skispitze an einem Schneebuckel hängen geblieben“, schilderte Edelmann die Situation. Weinbuch sagte: „Auf einmal hat er da auf dem Arsch gelegen. Mit übersäuerten Oberschenkeln kommst Du natürlich nicht mehr ran.“

Edelmann ist trotz des bronzenen Trostpflasters der große Pechvogel von Val di Fiemme. Kurz vor der WM hatte ihn eine Grippe erwischt, im Team-Wettbewerb war er bei irregulären Bedingungen von der Schanze gewunken worden, im Einzel am Donnerstag beim Springen gestürzt.

Dabei hatte der Tag besonders für Edelmann gut begonnen. Im Springen brachte er das deutsche Duo mit 124,5 gleich in Führung, die Frenzel (127 m) anschließend noch ausbaute. „Ich habe meinen Sturz von Donnerstag einfach ausgeblendet. Ich bin froh, dass es geklappt hat“, sagte Edelmann.

Mit zwölf Sekunden Vorsprung auf Japan ging das deutsche Duo ins Finale, Österreich (+0:25) und Frankreich (0:43) dahinter. Zur Halbzeit hatte das Trio zu Edelmann und Frenzel aufgeschlossen. „Da war zu sehen, dass es mit Gold sehr schwer werden würde“, sagte Weinbuch: „Die Franzosen hatten richtig schnelle Ski.“

Frenzel zog dennoch eine positive WM-Bilanz: „Die zweite Woche war super, und insgesamt war es eine tolle WM.“ Edelmann indes sah dies an seinem schwarzen Samstag noch ein wenig anders.

sid

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