Kurioser Regelverstoß

Wasser in der Hose: DTM-Sieger disqualifiziert

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Da jubelte er noch: Mattias Ekström

Nürnberg - Auf der Strecke gewann Mattias Ekström - doch ein Regelbruch machte ihm nach dem Rennen einen Strich durch die Rechnung: Wieder durfte Mercedes feiern.

Ganz nah dran war Audi am Sonntagnachmittag in der DTM. Die stolze Siegesserie von Mercedes in Nürnberg schien bereits gebrochen, der Schwede Mattias Ekström hatte den ersten Heimsieg für Audi nach elf Jahren schon ausgiebig gefeiert - doch die Regelhüter schauten genau hin und das Drama am Norisring nahm seinen Lauf. Wegen unerlaubter Gewichtszufuhr wurde Ekström disqualifiziert und aus der Wertung genommen, sein Team hat gegen diese Entscheidung Berufung angekündigt und nun zwei Tage Zeit, diese schriftlich zu begründen.

Und Mercedes durfte damit doch noch den elften Norisring-Erfolg in Serie feiern, es wurde ein Dreifach-Sieg der Aufrücker: Robert Wickens (Kanada) gewann vor den Markenkollegen Christian Vietoris (Gönnersdorf) und Daniel Juncadella (Spanien).

Ekströms Vater hatte seinem Sohn im Überschwang der Gefühle kurz nach dem ersten Saisonsieg des nun 35-Jährigen eine Flasche Wasser in die Hose gesteckt und dort entleert. „Es war kalt an meinem Bein. Ich wusste gar nicht, was passiert ist“, wurde Ekström im Fachmagazin Speedweek zitiert. Audis DTM-Leiter Dieter Gass meinte: „Ich habe die Szene nicht gesehen, aber es ist die Frage, ob Ekströms Vater weiß, was gegen die Parc-ferme-Regeln verstößt und ob man ihm das zum Vorwurf machen kann:“

Mike Rockenfeller (Neuwied/Audi), der wie alle anderen Fahrer einen Platz nach vorne rückte, verteidigte unterdessen durch den vierten Rang seine Gesamtführung erfolgreich. Für den früheren Formel-1-Piloten Timo Glock (Wersau/BMW) setzte es mit Rang zwölf den nächsten Rückschlag. In der Gesamtwertung liegt Rockenfeller mit 71 Punkten vor dem am Sonntag fünftplatzierten Titelverteidiger Bruno Spengler (BMW/69) aus Kanada.

Vizemeister Gary Paffett lag bis kurz vor Schluss des Rennens auf Podestkurs, doch zwei Kollisionen mit Edoardo Mortara (Italien) im Audi kosteten den Mercedes-Piloten wertvolle Punkte. „Das ist ein kompletter Idiot“, sagte der wütende Paffett nach dem Rennen, Verfolger Mortara war ihm drei Runden vor Schluss ins Heck gefahren: „Er hat nicht gebremst, es war nur sein Fehler“, sagte Paffett. Als Gesamtfünfter liegt der Meister von 2005 mit 47 Punkten nun bereits hinter Vietoris (58) und Wickens (52).

Auf dem nur 2,3 Kilometer langen Kurs hatte die erste Startreihe mit Wickens und Spengler bestens ins Rennen gefunden, dahinter machte Paffett seinen ersten Fehler: Der Brite rollte beim Start zu früh an, die folgende Durchfahrtstrafe wegen Frühstarts warf ihn zunächst weit zurück.

Als die Boxen nach drei Runden öffneten, wurde das Feld erheblich durcheinander gewirbelt, die Spitze bildeten nun Mortara und Ekström. Für Spannung sorgten aber zwei Piloten in der Mitte des Feldes.

Paffett und Rockenfeller auf den Rängen sieben und acht hatten, anders als die Spitzengruppe, bereits beide Pflichtboxenstopps absolviert und waren so auf Podiumkurs unterwegs. Paffett hatte zudem die harten, länger haltbaren Reifen auf den Felgen.

In der Folge rückten die beiden Top-Piloten mit jedem Boxenstopp eines Konkurrenten im Feld weiter auf, es wurde ein Fernduell um die Spitze: Ekström und Mortara, die mittlerweile die Plätze getauscht hatten, mussten einen Vorsprung von rund 30 Sekunden auf Paffett herausfahren, um auch nach dem zweiten Stopp an der Spitze zu bleiben.

Mit 30,1 Sekunden Vorsprung auf Paffett kam sieben Runden vor Schluss zunächst Mortara zum Reifenwechsel, doch ein kleiner Fehler des Teams erlaubte dem Briten, auf Platz zwei vorzufahren. Zwei Runden später steuerte auch Ekström die Box an - diesmal gelang der Stopp perfekt. Mit dem Sieg wurde es aber dennoch nichts.

sid

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