DTM: Startschuss für den "Fall für drei"

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Die DTM geht mit drei Teams in die neue Saison

Köln/Hockenheim - BMW feiert nach 20-jähriger Pause seine Rückkehr in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft und will den beiden etablierten Konkurrenten Audi und Mercedes auf Augenhöhe begegnen.

Rückkehrer BMW plant den Überraschungs-Coup, Audi nimmt die Titelverteidigung ins Visier, und Mercedes will den Stern wieder zum Leuchten bringen: Am Wochenende startet die DTM mit einem „Fall für Drei“ in eine neue Ära. Während die Zielsetzungen klar scheinen, rätseln Fans und Fahrer vor dem ersten Rennen in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft am Sonntag (14.00 Uhr/ARD) auf dem Hockenheimring über die Kräfteverhältnisse.

„Es ist schwierig zu sagen, wo BMW im Vergleich zu den beiden anderen Marken steht. Audi und Mercedes haben in der DTM sicherlich einen gewissen Erfahrungsvorsprung aus den vergangenen Jahren“, sagt BMW-Motorsport-Direktor Jens Marquardt: „Wir sind ein ambitionierter Neuling und wollen für Überraschungen sorgen.“

Gemeinsam mit den beiden etablierten Premiumherstellern hat BMW an einem neuen Regelwerk getüftelt. Kostenreduzierung und eine weitere Verbesserung der Sicherheit standen bei den Planungen im Vordergrund. Neue Autos mit zahlreichen Einheitsbauteilen, breitere Reifen und das in der Formel 1 erprobte Punktesystem sollen neben weiteren Neuerungen für Chancengleichheit und noch mehr Spannung sorgen.

Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich hat die Titelverteidigung als Ziel formuliert. „Wir wissen aber, dass es in diesem Jahr noch einen Tick schwieriger wird. Erst nach dem ersten Qualifying wird man diesbezüglich eine erste Einschätzung abgeben können“, sagt Ullrich. Auch Mercedes-Boss Norbert Haug hält sich mit Prognosen zurück: „Unsere Mannschaft arbeitet sehr engagiert, um unsere Erfolgsgeschichte fortzusetzen. Aber wir sehen das sportlich und keineswegs verbissen.“

Die Karten sind neu gemischt, und keiner der 22 DTM-Piloten weiß, wie die eigene Performance im Vergleich zur Konkurrenz einzuschätzen ist. „Ich bin sehr auf das Kräfteverhältnis gespannt und hoffe, dass wir unseren erfahrenen Konkurrenten möglichst nahe kommen können“, sagt Titelverteidiger Martin Tomczyk (Rosenheim), der von Audi zu BMW gewechselt ist. Für Tomczyks Markenkollege Bruno Spengler, der 2011 noch für Mercedes startete, fühlt es sich sogar an, „als begänne meine Karriere von vorn“. Dazu haben sich die Münchner mit dem dreimaligen britischen Tourenwagen-Weltmeister Andy Priaulx, ALMS-GT-Champion Joey Hand (USA), Augusto Farfus aus Brasilien und Dirk Werner (Hannover) verstärkt.

Trotz der geballten Erfahrung erwartet Audi-Pilot Mattias Ekström den neuen Rivalen zunächst nicht auf Augenhöhe. „BMW darf man sicher nicht unterschätzen. Ich glaube aber, dass sie eine halbe Saison benötigen werden, um die Lücke zu schließen“, sagt der zweimalige DTM-Champions aus Schweden, der auch 2012 zu den großen Favoriten auf den Gesamtsieg zählt. Ekström ist sich sicher, dass der Sieger von Hockenheim ein „ganz heißer Kandidat auf die Meisterschaft“ sein wird und verspricht ein „spannendes Wochenende“.

Gespannt sind die Fans auch auf den Auftritt der beiden Frauen. Die 26-jährige Schweizerin Rahel Frey startet beim Audi Sport Team Abt in ihre zweite DTM-Saison. Bei Mercedes sitzt Susie Wolff bereits zum siebten Mal in Folge hinter dem Steuer des Tourenwagens. Die 29 Jahre alte Schottin, die 2012 neben ihrem DTM-Engagement auch für Williams als Entwicklungsfahrerin in der Formel 1 tätig ist, kann den Start kaum erwarten: „Ich bin sehr stolz und voll motiviert.“

Die Bühne ist bereitet, und der Kampf der Giganten hat begonnen. Für Haug ist eines klar: „Jetzt treten die drei weltbesten und weltbekanntesten Premium-Automobilhersteller in der DTM gegeinander an.“

sid

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