DSV-Springer Vierte - Norwegen vorn

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Richard Freitag sorgte für die Tagesbestweite.

Harrachov - Ein überragender Richard Freitag war nicht genug: Die deutschen Skispringer haben auch im zweiten Teamwettbewerb des Winters den erhofften Podestplatz knapp verpasst.

Shootingstar Freitag unterstrich am „Teufelsberg“ im tschechischen Harrachov mit zwei starken Sprüngen zwar seine Weltklasse-Form, doch nach Patzern der zweiten Garde und Pech in der Wind-Lotterie war mehr als der undankbare vierte Platz nicht drin.

Knackpunkt war ein „Hüpfer“ von Maximilian Mechler im zweiten Durchgang. Der 27-Jährige aus Isny, der den Vorzug vor Altmeister Martin Schmitt (Furtwangen) und Andreas Wank (Oberhof) erhalten hatte, landete bei undankbarem Rückenwind nur bei 96,0 Metern. „Er hatte mit den Bedingungen kein Glück und auch leichte Probleme beim Timing. Das war natürlich ein Rückschlag“, sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Freitag brachte die deutschen Adler mit einem starken 135, 0-m-Satz zwar zurück auf Rang drei, doch im letzten Versuch zog Slowenien wieder am DSV-Quartett vorbei. Severin Freund erwischte ähnlich wie Mechler keine guten Bedingungen und gab wie schon beim Saisonstart in Kuusamo/Finnland das Podium noch aus der Hand. Ganze 7,1 Punkte fehlten am Ende auf die Slowenen.

Der Sieg ging völlig überraschend an Norwegen. Anders Bardal, Tom Hilde, Björn Einar Romören und Vegard-Haukoe Sklett verwiesen die Überflieger aus Österreich, die alle vier Einzelwettbewerbe und auch das erste Teamspringen gewonnen hatten, auf Platz zwei.

Zumindest Freitag durfte sich im enttäuschten DSV-Team dennoch ein bisschen als Gewinner fühlen. Im ersten Durchgang war der 20-Jährige aus Aue sogar auf 140,5 Meter geflogen. „Das war Extra-Klasse“, lobte Schuster, während Freitag gewohnt bescheiden von einem „recht guten“ Sprung sprach: „Ich bin ganz zufrieden, auch wenn die Landung nicht gepasst hat.“ Den Pechvogel Mechler nahm der deutsche Hoffnungsträger umgehend in Schutz: „Das kann passieren“, so Freitag.

Von einer falschen Aufstellung wollte Bundestrainer Schuster dann auch nichts wissen. „Was-wäre-wenn-Spielchen bringen nichts. Die Entscheidung für Maximilian war richtig“, sagte der Österreicher. Zunächst behielt Schuster auch recht: Nach dem ersten Durchgang lag die deutsche Mannschaft nicht zuletzt dank Michael Neumayer (Berchtesgaden) auf Platz drei noch voll auf Kurs, ehe die Podest-Hoffnungen vom Winde verweht wurden.

Schuster zog dennoch eine positive Bilanz, da auch Severin Freund seine gute Form unter Beweis stellte. „Wir haben zwei Spitzenleute, und das ist sehr angenehm. Aber das Eis ist noch dünn, die beiden Jungs müssen gesund bleiben“, sagte Schuster vor dem zweiten Einzelspringen des Wochenendes in Harrachov.

SID

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