Dopingjäger: "Winokurow ein Serientäter"

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Olympiasieger Alexander Winokurow beißt in seine Medaille

Heidelberg/Berlin - Die renommierten Dopingexperten Fritz Sörgel und Werner Franke bewerten den Olympiasieg von Alexander Winokurow im Straßenradrennen von London kritisch.

„Das ist ein schwarzer Tag für den Radsport“, sagte der Nürnberger Pharmakologe Sörgel dem SID: „Ich denke, man hätte sich eher einen Sieger wie Cancellara oder natürlich einen Engländer gewünscht. Stattdessen gewinnt jemand mit dieser Vorgeschichte und in diesem Alter - was an sich ja schon verwunderlich ist.“

Gewohnt drastisch kommentierte der Heidelberger Molekularbiologe Franke den Sieg des 38 Jahre alten Kasachen, der 2007 wegen Dopings mit Fremdblut gesperrt worden war. „Das passt! Ausgerechnet der Serientäter Winokurow: Darüber kann man nur eine Satire schreiben - oder Leute in den Knast stecken“, sagte Franke dem SID: „Das ist nur ein weiterer Tiefschlag für den Radsport.“

Dass Winokurow durch eine Dopingprobe in London überführt werden könnte, bezweifeln beide Experten. „Unmittelbar vor Ort werden doch nur die Dummen erwischt, so wie jetzt der Gewichtheber aus Albanien“, sagte Franke mit Blick auf Hysen Pulaku, der am Samstag als erster Sportler wegen Dopings von den Spielen in London ausgeschlossen worden war.

Sörgel sieht das „Problem, dass man Winokurow nicht trauen, ihm aber auch nichts nachweisen kann. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass nun bei der Dopingprobe etwas herauskommt.“

sid

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