„Ziemlich lächerlich“

Nowitzki: Kein Zeitplan für Rückkehr

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Dirk Nowitzki ist derzeit zum Zuschauen verdammt

Dallas - Dirk Nowitzki hat die Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr nach seiner Arthroskopie im rechten Knie gebremst und die Dauer seines Ausfalls zum Start der NBA-Saison offengelassen.

Sein wochenlanger Ausfall trifft Dirk Nowitzki unvorbereitet - auch in Kleidungsfragen. „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir im Sommer ein paar neue Anzüge gekauft“, scherzte der Basketball-Superstar über die anstehende Zeit auf der Ersatzbank seiner Dallas Mavericks. Selbst wenn der 34-Jährige wenige Tage nach einer Arthroskopie im rechten Knie bei seinem ersten Medienauftritt schon wieder lachen konnte, war ihm der Frust über den verpassten Saisonstart deutlich anzumerken. „Es nervt“, meinte Nowitzki, „ich würde liebend gerne spielen, aber das wird nicht passieren. Ich muss geduldig sein.“

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Wenig Gelassenheit herrscht hingegen in Dallas angesichts des Ausfalls des Mavs-Anführers. Der Würzburger will sich aber vom öffentlichen Druck nicht hetzen lassen und nannte keine Dauer für seine Zwangspause. „Ich brauche reichlich Training, deshalb werden es einige Wochen werden. Aber ob es drei, vier, fünf, sechs werden? Ich habe keine Ahnung“, sagte er mit beiden Händen auf ein Redepult gestützt.

Derzeit sei es „ziemlich lächerlich“, über einen genauen Zeitplan zu sprechen, betonte Nowitzki. „Immer wenn man am Knie operiert wird, wird es danach eine Schwellung geben. Ich denke, dass es schwer zu sagen ist, wann die Schwellung verschwunden sein wird.“ Im Gegensatz zu einer Verletzung vor zwei Jahren wolle er erst nach einigen Übungseinheiten wieder auf das Feld zurückkehren.

Für den Start der neuen Spielzeit in der nordamerikanischen Profiliga am kommenden Dienstag (Ortszeit) bei den Los Angeles Lakers steht Nowitzki definitiv nicht zur Verfügung. Zumindest dürfen die Mavericks noch auf den Einsatz von Chris Kaman hoffen. Mit einer Wadenverletzung trat der Center allerdings die Reise zum vorletzten Test bei den Oklahoma City Thunder nicht an.

An Training auf dem Feld ist für Nowitzki derzeit noch nicht zu denken, zunächst besteht sein Rehaprogramm vor allem aus leichten Übungen auf dem Fahrrad. So dürfte Neuzugang Elton Brand die schwere Hauptlast tragen, den Kapitän zu ersetzen. „Wir müssen auf jeden Fall einen Weg finden, einige Spiele zu gewinnen und anständigen Basketball spielen, bis ich zurückkomme“, forderte Nowitzki, der noch bis 2014 bei den Texanern unter Vertrag steht.

Dann soll trotz der aktuellen Verletzungssorgen für ihn aber noch nicht Schluss sein. „Ich habe nicht vor, mit 36 aufzuhören. Das Feuer brennt immer noch in mir. Nur mein Körper kann mich stoppen“, sagte Nowitzki der „Sport Bild“. Ob er im Anschluss an seine Laufbahn wie mehrfach angedacht einen US-Pass beantragen will, wolle er in den nächsten Jahren überlegen: „Wenn ich nach meiner Karriere drübenbleibe und etwas für die Mavericks mache, wie es mir (Dallas-Besitzer) Mark Cuban nahegelegt hat, ist das sicher sinnvoll.“

Vor allen Langzeitplänen steht für Nowitzki aber zunächst eine harte Zeit als Zuschauer an - wie von der NBA vorgeschrieben im feinen Zwirn. „Ich werde die selben Anzüge tragen wie im Weißen Haus, oder bei der Meisterzeremonie“, erzählte er, „es wird eine Menge Wiederholungen geben.“

dpa

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