Heilung verläuft schleppend

Ärger über das NowitzKnie

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Dirk Nowitzki (Mitte) ist derzeit zum Zuschauen verdammt

Dallas - Dirk Nowitzki dauert der Heilungsprozess seines lädierten Knies viel zu lange. Den Dallas Mavericks auch, denn ohne den Superstar geht die Niederlagenserie weiter.

Dirk Nowitzki hat so langsam, aber sicher die Nase voll von seiner Rolle als texanischer Patient. „Nach drei Wochen habe ich genug von der Reha. Die Heilung geht nicht so schnell, wie ich mir das vorgestellt hatte“, sagte der am Knie verletzte Basketball-Superstar der Dallas Mavericks, als er die dritte Niederlage seines Teams in Serie untätig mitansehen musste. Das 82:90 gegen die ebenfalls verletzungsgebeutelten Minnesota Timberwolves bewies erneut, wie schmerzlich der NBA-Champion von 2011 seinen Leistungsträger vermisst.

Seit der Arthroskopie am 19. Oktober ist Nowitzki zum Zuschauen verdammt, wann er sein Comeback im Trikot mit der Rückennummer 41 geben wird, bleibt ungewiss. Drei bis sechs Wochen waren für die Reha veranschlagt, doch Nowitzki kann derzeit sein Lauftraining nur im Wasser absolvieren und verbringt viel Zeit auf dem Ergometer.

Eine ungewohnte Sitation für den Würzburger, der trotz einiger Sprunggelenksverletzungen in der Vergangenheit noch nie mehr als neun Spiele in einer Saison verpasst hat. Er will aber auf keinen Fall ein Risiko eingehen. „Ich dachte, dass ich nur zwei Wochen brauche. Aber ich muss weiter in der Reha hart arbeiten, das tun, was die Ärzte und Physios mir sagen, und sehen, wie lange es dauert“, sagte der 34-Jährige, der sich im grauen Anzug von der Mavericks-Bank aus als TV-Kommentator für Foxsports die Zeit vertrieb.

Die Anfeuerungen des Edelfans und Teamleaders nutzten nichts. Nowitzki wurde Zeuge einer schwachen Vorstellung seiner Kollegen, die nur 36,2 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld verwandelten. Auch bei den Rebounds hatten die Gastgeber, für die Darren Collison mit 21 Zählern bester Werfer war, mit 35:49 mehr als deutlich das Nachsehen.

Mit der Bilanz von vier Siegen und vier Niederlagen rutschten die zunächst gut in die Saison gestarteten „Mavs“ in der Western Conference auf den zehnten Rang ab. Coach Rick Carlisle verlor angesichts der drohenden Heimpleite in der Schlussphase sogar die Nerven: Als die Mavericks fünf Minuten vor dem Ende auf 68:76 herangekommen war, stürmte Carlisle nach einer Foul-Entscheidung gegen O.J. Mayo wutentbrannt gestikulierend aufs Feld, kassierte zwei Technische Fouls und musste die Halle verlassen. Anschließend zogen die Timberwolves mit einem 9:4-Lauf davon.

Nach der Partie ließ der Headcoach seiner Enttäuschung freien Lauf: „Der Einsatz hat gefehlt. In der zweiten Halbzeit haben wir zwar viel versucht, aber es kam nichts Gutes dabei heraus.“ Mayo, mit 18 Zählern zweitbester Werfer bei Dallas, nahm die Niederlage etwas gelassener. „Es ist nicht das Ende der Welt“, sagte der 25 Jahre alte Guard, forderte aber: „Wir müssen zusehen, dass es schnell wieder aufwärts geht.“ Nowitzki dürfte er damit aus der Seele gesprochen haben.

sid

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