Eishockey-Star vorgestellt

Direkt in den Kölner Karneval: Sturm stutzt

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Marco Sturm wurde am Freitag vorgestellt

Köln - Der deutsche NHL-Rekordspieler Marco Sturm ist am Freitag bei den Kölner Haien als Neuzugang präsentiert worden - und kam angesichts des Karnevals ins Staunen.

Schon mit seinem ersten Auftritt hat sich Marco Sturm viele Freunde in der neuen sportlichen Heimat gemacht: Passend zum Karnevalsauftakt flog der neue Hoffnungsträger der Kölner Haie in der Domstadt ein und wurde sogleich von Urgestein Mirko Lüdemann mit den Gepflogenheiten des rheinischen Brauchtums vertraut gemacht. „So etwas habe ich auch noch nicht erlebt“, sagte der 34 Jahre alte Eishockey-Nationalspieler, der nach über 15 Jahren und genau 1006 Spielen für sechs Klubs in der nordamerikanischen Profiliga NHL nun sein Glück beim achtmaligen deutschen Meister sucht.

„Ich bin absolut fit und habe seit August durchgehend in Florida auf dem Eis trainiert. Ich möchte hier ein Führungsspieler sein“, sagte Sturm bei seiner offiziellen Vorstellung in Köln am Freitagnachmittag, dämpfte aber sogleich ein wenig die hohen Erwartungen: „Man soll sich zu Beginn nicht zu viel von mir versprechen, mir fehlt sicherlich Spielpraxis.“

Nach dem Ende des Lockouts in der NHL hatte Sturm vergeblich auf ein neues Engagement in der besten Liga der Welt gewartet, während sich seine Trainingsgruppe immer mehr ausdünnte. „Am Schluss waren wir nur noch zu fünft“, sagte Sturm, der zuletzt bei den Florida Panthers gespielt hatte. Diese wollten den Veteranen allerdings nicht erneut verpflichten: „Ich hatte zwei schwere Knieverletzungen. In Kombination mit meinem Alter hat es die Suche natürlich nicht erleichtert.“

Letztlich gab der Angreifer dem Werben von Kölns Coach Uwe Krupp nach, der den Wechsel gemeinsam mit dem scheidenden Geschäftsführer Thomas Eichin eintütete. „Uwe hat mich schon zu Weihnachten genervt, dass ich nach Köln kommen soll“, sagte Sturm, stellte aber klar, dass vor allem sportliche Gründe den Ausschlag für den Wechsel zu den Haien gegeben haben: „Die Mannschaft steht ganz oben, und ich will um die Meisterschaft mitspielen.“ Zudem hätten die Haie „eine tolle Halle und tolle Fans - das Gesamtpaket stimmt einfach.“

Allerdings könnte das Engagement am Rhein womöglich nur von kurzer Dauer sein: Sturm besitzt eine Ausstiegsklausel, die nur für die NHL gilt. Sollte Sturm bei den Haien einschlagen und damit das Interesse eines Klub aus der Eliteklasse wecken, könnte er noch bis Ende März nach Nordamerika zurückkehren. „Damit rechne ich aber nicht nach fünf Monaten vergeblicher Suche“, sagte Sturm, dessen Familie in Florida geblieben ist und vorerst auch bleiben wird: „Ich konzentriere mich jetzt nur auf Köln.“

Ein baldiger Aschermittwoch ist zumindest in Kölns Eishockey-Gemeinde also eher unwahrscheinlich.

sid

Die Sporthöhepunkte des Jahres 2012 in Bildern

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