Diamond League: Jamaikas Stars trumpfen auf

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Bolt degradierte seine Mitläufer einmal mehr

Lausanne - Jamaikas Sprintstars Yohan Blake und Usain Bolt haben auf der schnellen Bahn beim Diamond League-Meeting in Lausanne erneut alles in den Schatten gestellt.

Erst kam Weltmeister Blake nach 9,69 Sekunden im Ziel an - einer Zeit, die bisher nur Weltrekordler Usain Bolt in 9,58 unterbot. Dann ließ sein Landsmann 19,58 Sekunden über 200 m folgen. Bolt verpasste dabei seine Jahres-Weltbestzeit vom Olympiasieg (19,32). Kurz zuvor hatte Aries Merritt 15 Tage nach dem 110-m-Hürden-Olympiasieg von London eigene Weltrekord-Ambitionen zunichte gemacht. Der Mann, von dem viele der 14.500 Zuschauer die Steigerung der 12,87 Sekunden von Dayron Robles (Kuba) erwartet hatten, brachte sich wie Jamaikas Sprint-Star Usain Bolt bei der WM 2011 mit einem Fehlstart selbst um alle Chancen. Das Rennen gewann Weltmeister Jason Richardson (ebenfalls USA) in mäßigen 13,08. Merritt war beim Olympiasieg (12,92) bereits zum fünften Mal in diesem Jahr unter 13 Sekunden geblieben.

Auf der schnellen Bahn gewann Weltmeisterin Carmelita Jeter (USA) in 10,86 Sekunden praktisch auf der Ziellinie die 100-m-Olympia-Revanche gegen Jamaikas zeitgleiche Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser-Pryce. Die Olympiazweite Dawn Harper (USA) trumpfte in 12,43 Sekunden über 100 m Hürden auf und Olympiasieger Kirani James (Grenada) lief in 44,37 Sekunden erneut ein 400-m-Rennen der Extraklasse.

Kein Glanz jedoch im Diskuswurf ohne Robert Harting: 65,79 m genügten dem Esten Gerd Kanter zum Sieg. In Abwesenheit des Berliner Olympiasiegers, der am Sonntag in Neubrandenburg seinen 31. Erfolg binnen zwei Jahren in Serie gefeiert hatte, wurde der Olympiasechste Martin Wierig Vierter mit 64,52 m. Der Magdeburger Weltranglisten-Vierte schlug dabei den zweimaligen Olympiasieger Virgilijus Alekna (Litauen/5.) und den Olympiazweiten Ehsan Hadadi (Iran), Siebter mit schwachen 62,67. Ebenfalls Vierte wurde die Olympiazweite Christina Obergföll beim erneuten Speerwurf-Erfolg von Barbora Spotakova. Tschechiens Olympiasiegerin machte mit 67,19 m im ersten Versuch alles klar, Russlands Weltmeisterin Marija Abakumowa war mit 65,80 m ohne Chance. Obergföll ließ 63,28 m zum Auftakt nur noch schwächere und ungültige Würfe folgen. Sechste wurde die Olympiadritte Linda Stahl (Leverkusen) mit 62,73 m.

Dagegen stürzten Deutschlands Stabhochsprung-Asse nach dem Höhenflug von London ab. Der Olympia-Zweite Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) und Bronzemedaillengewinner Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) landeten mit schwachen 5,55 m nur auf den Plätzen zehn und elf. Die Ehre rettete Malte Mohr (Wattenscheid), der mit 5, 80 m Zweiter hinter dem höhengleichen Olympiasieger Renaud Lavillenie (Frankreich) wurde.

Neuseelands Kugelstoß-Star Valerie Adams, nach der Dopingaffäre um die Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk erneut Olympiasiegerin, war mit 20,95 m souverän. Nur Siebte wurde Josephine Terlecki (Magdeburg) mit schwachen 17,47. Zu den geschlagenen Olympiasiegern gehörte über 400 m Hürden Natalja Antjuch (Russland), die in schwachen 55,82 Sekunden beim Sieg der Jamaikanerin Kaliese Spencer (53,49) weit hinterher lief. Nach den verpassten 1500-m-Medaillen in London dominierte Kenia durch Silas Kiplagat ein schnelles Mittelstrecken-Rennen in guten 3: 31,78 Minuten vor dem Äthiopier Mekonnen Gebremedhin (3:31,96).

SID

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