Alle Jahre wieder

DHB-Pokal: Flensburg gegen alten Rivalen

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Flensburg siegte im Krimi gegen den HSV.

Hamburg - Titelverteidiger THW Kiel ist auf dem Weg zu seinem neunten Pokalsieg nicht zu stoppen. Der Rekord-Champion gab sich im Halbfinale gegen die MT Melsungen keine Blöße und trifft auf einen alten Rivalen.

Titelverteidiger THW Kiel ist auf dem Weg zu seinem neunten Pokalsieg nicht zu stoppen. Der Rekord-Champion gab sich im Halbfinale gegen die MT Melsungen keine Blöße und besiegte den Außenseiter locker mit 35:23 (16:14). Durch den souveränen Erfolg revanchierte sich der THW für die historische Bundesliga-Pleite von vor vier Monaten und sparte gleichzeitig Kräfte für das Finale.

In der Neuauflage des Endspiels der vergangenen beiden Jahre trifft der THW am Sonntag (14.00 Uhr/Sport1) auf die SG Flensburg-Handewitt. Der Vizemeister hatte sich zuvor in einem wahren Handball-Krimi gegen den HSV Hamburg mit 26:25 (23:23, 14: 13) nach Verlängerung durchgesetzt.

Bester Torschütze auf Seiten der Kieler war vor 13.056 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena Marko Vujin mit zehn Treffern, für Melsungen traf Michael Allendorf am häufigsten (8). Im Finale greift der THW nach dem dritten Pokalsieg nacheinander und dem sechsten seit 2007.

„Wir haben nicht unser Optimum gespielt, aber können im Endspiel noch eine Schippe drauflegen“, sagte Kiels Nationalspieler Dominik Klein: „Finals werden nicht gespielt, sie werden gewonnen.“ THW-Trainer Alfred Gislason bedauerte den verletzungsbedingten Ausfall von Christian Zeitz. Der Linkshänder war mit Verdacht auf Mittelhandbruch in der ersten Halbzeit ausgewechselt worden und wird voraussichtlich bis zum Ende der Saison fehlen.

MT-Trainer Michael Roth haderte mit der Torausbeute seines Teams. „Wir haben anfangs sehr gut gespielt, dann hatten wir eine katastrophale Wurfquote aus dem Rückraum und Kiel ist ins Rollen gekommen. Trotzdem war das ein tolles Event für uns“, sagte Roth.

Bundesliga-Tabellenführer Kiel tat sich zunächst schwer gegen das nordhessische Überraschungsteam. Nach einer schnellen 6: 2-Führung (9.) leisteten sich die THW-Spieler zahlreiche Ballverluste und ließen Melsungen so zurück ins Spiel kommen.

Beim 10:8 für den Underdog nach einer Viertelstunde wurden kurzzeitig sogar Erinnerungen an den 9. Dezember 2012 wach. An jenem Tag hatte Melsungen völlig überraschend in Kiel gewonnen und dem amtierenden Triple-Sieger die erste Liga-Niederlage nach 585 Tagen und 51 Liga-Spielen beigefügt.

Erst mit der Hereinnahme seiner Stars brachte THW-Trainer Gislason sein Team auf die Siegerstraße. Der Treffer zum 21:15 von Welthandballer Daniel Narcisse bedeutete in dem ungleichen Duell die Vorentscheidung (36.).

Deutlich mehr Arbeit auf dem Weg ins Finale hatte zuvor die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes. Garant für den Flensburger Sieg war in erster Linie Torhüter Mattias Andersson, der die HSV-Angreifer mit mehr als 50 Prozent gehaltener Würfe schier zur Verzweiflung brachte. Zudem zeigte sich Nationalspieler Holger Glandorf mit sechs Toren treffsicher.

„Das war Kampf und Leidenschaft pur. Die Final-Teilnahme ist ein Traum. Wir hatten heute einfach den besseren Torhüter“, sagte SG-Trainer Vranjes. Sein Keeper richtete den Blick nach vorne. „Das war erst der erste Schritt. Ich hoffe, morgen kommt der zweite“, sagte Andersson.

Den Hamburgern, die in Domagoj Duvnjak (6) ihren besten Werfer hatten, droht nach der bitteren Niederlage dagegen eine weitere Saison der Enttäuschungen. Nach dem vorzeitigen Aus im Kampf um die Meisterschaft bleibt dem zweifachen Pokalsieger (2006 und 2010) als letzte Titelchance die Champions League.

„Das ist sehr schade. Wir hatten einige Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden. In der ersten Halbzeit der Verlängerung fehlte uns dann die letzte Power“, sagte HSV-Trainer Martin Schwalb. Ex-Nationaltorwart Johannes Bitter haderte mit der schwachen Chancenverwertung seines Teams. „Wir hätten gewinnen können, aber wir haben vorne die Dinger einfach nicht gemacht“, sagte Bitter enttäuscht.

SID

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