Video: DHB-Herren holen siebten EM-Titel

Mönchengladbach - Die deutschen Hockey-Herren haben zum siebten Mal die Europameisterschaft gewonnen. Im Finale in Mönchengladbach bezwang der Olympiasieger den Erzrivalen Niederlande.

Die deutschen Hockeyherren bleiben in Europa das Maß aller Dinge. Der amtierende Olympiasieger bezwang in einem hochklassigen Finale der Europameisterschaft in Mönchengladbach die Niederlande mit 4:2 (2:1) und sicherte sich damit bereits seinen siebten EM-Titel. Philipp Zeller (1.), Moritz Fürste (32.), Florian Fuchs (43.) und Oliver Korn (68.) schossen vor 9.000 Zuschauern die Tore für die Mannschaft von Trainer Markus Weise. Roderick Weusthof (19.) und Teun de Nooijer (54) erzielte die Treffer für die Niederlande.

Insgesamt ging die EM damit 1:1 zwischen den beiden führenden europäischen Hockeynationen aus. Am Samstag unterlagen die deutschen Damen im Endspiel den Niederlanden klar mit 0:3 (0:2). Marilyn Agliotti (7.), Ellen Hoog (22.) und Lidewij Welten (68.) trafen für die verdienten Siegerinnen.

Führung schon in erster Minute

Einen “Kampf der Systeme“ hatte Bundestrainer Markus Weise vor der Partie prophezeit. Hollands blitzschneller Angriffsstil gegen die exzellente deutsche Verteidigung. Doch der Beginn der Partie lief genau andersherum. Noch keine Minute war gespielt, als Moritz Fürste Zeller mit einem Traumpass freispielte und der Kölner zur Führung vollenden konnte.

Die Niederländer kamen aber sofort zurück und spielten sich bereits in der zweiten Minute eine Strafecke heraus. Normalerweise ist das bei ihrem Spezialisten Taeke Taekema fast sicher ein Tor, aber die deutsche Abwehr kennt den Holländer natürlich und Zeller konnte den Schuss abblocken.

In der Folgezeit entwickelte sich ein erstklassiges Match mit irrsinnigem Tempo, in dem die Niederländer zwar mehr Spielanteile hatten, die Gastgeber aber durch ihre Gegenangriffe immer gefährlich waren. Der Anschlusstreffer durch Weusthof fiel etwas überraschend nachdem sich Teun de Nooijer einmal über die linke Seite durchsetzen konnte. Vier Strafecken konnte das deutsche Team im ersten Durchgang nicht nutzen, die fünfte führte dann kurz vor Schluss zum Siebenmeter, den Fürste sicher unten links verwandelte.

Turbulente Szenen vor den Schusskreisen

Auch das schnelle 3:1 nach der Pause brachte in der nun immer spannender werdenden Partie noch keine Entscheidung. Vor beiden Schusskreisen spielten sich zum Teil turbulente Szenen ab, erst Recht, nachdem de Nooijer noch einmal verkürzen konnte. Erst die geglückte Eckenvariante mit Korns “Stecher“ über den Torwart zwei Minuten vor dem Ende brachte die endgültige Entscheidung.

Sein wichtigstes Ziel hatte der Deutsche Hockey-Bund ja schon am Donnerstag erreicht, als sich nach den Herren auch die Damen durch die Final-Teilnahmen direkt für die Olympischen Spiele in London 2012 qualifizieren konnten. “Sie sehen mich seit Tagen grinsen wie ein Honigkuchenpferd“, sagte DHB-Präsident Stephan Abel, “sportlich sind wir mehr als zufrieden. Beide Mannschaften haben jetzt die Möglichkeit, die Olympia-Vorbereitung ohne Unterbrechungen zu bestreiten.“

DHB erreicht seine Ziele

Planungssicherheit, auch finanziell, ist extrem wichtig für den nur 70.000 Mitglieder zählenden Verband. Rund eine Million Euro kassiert der DHB jedes Jahr an Unterstützung aus der Öffentlichen Hand. “Wir haben jetzt die Chance unsere Zielvereinbarung mit dem deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Innenministerium (BMI) auch umzusetzen“, sagte Abel. Eine Gold- und eine weitere Medaille werden angestrebt.

Die Männer sind in London als Titelverteidiger, Vizeweltmeister und Europameister sicherlich ein heißer Favorit auf Gold. Bei den Frauen kann man sich das zur Zeit noch nicht vorstellen. Zu den in Europa überlegenen Niederländerinnen kommen dann ja auch noch Weltmeister Argentinien, die Australierinnen und die unberechenbaren Chinesinnen dazu. “Wir müssen es schaffen, noch austrainierter und athletisch besser zu sein“, sagte Bundestrainer Michael Behrmann, “wir müssen jetzt eine Planung hinkriegen, die es erlaubt, mit der Mannschaft noch mehr zu trainieren.“

dapd

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