Blei, Zinn, Zink statt Gold, Silber, Bronze

So steht Deutschland im Altmetall-Spiegel

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Marcel Hacker ruderte nur hinterher

London - Letzte Plätze, geplatzte Träume, gescheiterte Hoffnungsträger - was sich in der Olympia-Bilanz negativ bemerkbar macht, ist im etwas anderen Medaillenspiegel Gold wert. Der Altmetall-Spiegel:

Das "Wall Street Journal" hat in London genauer hingeschaut und ausgewertet, wie oft eine Nation einen der drei letzten Ränge belegt hat. Vor dem Abschluss-Wochenende führte das so erfolgreiche „Team GB“ souverän, Deutschland belegte Platz zwölf.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

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Das Blatt verlieh Blei für Schlusslichter, Zinn für einen vorletzten und Zink für den drittletzten Platz. Für die deutsche Mannschaft standen neben drei Mal Blei noch vier Mal Zinn und sechs Mal Zink zu Buche. Mit 13 Mal „Alt-Metall“ steht Deutschland aber längst nicht so weit im Schatten wie Großbritannien, das acht bleierne Plaketten holte und insgesamt 31 Mal im hinteren Feld landete. Die Ukraine (11-5-7) folgt auf Platz zwei vor Australien (4-10-6).

Um in die Wertung zu kommen, musste ein Athlet oder Team, „den kompletten Wettbewerb“ bestreiten, schreibt das Journal. Den Briten wurde das Recht des Gastgebers zum Verhängnis, in allen Sportarten antreten zu dürfen - häufig mit nicht wettbewerbsfähigen Teams. Blei für Großbritannien gab es unter anderem im Handball (Männer/Frauen), Wasserball (M/F) und Männer-Volleyball.

Schon bei den Winterspielen in Vancouver erlaubte sich das "Wall Street Journal" diesen Spaß, der „Sieg“ ging damals an Russland. Die etwas andere Zählweise habe den Charme, schreibt das Blatt, „dass auch die kleinen Jungs eine Chance haben“. Die Cook Islands haben bereits vier „Medaillen“ gewonnen, die Seychellen und Mauritius je drei. Am Ende von „The other medal table“ liegen San Marino, Tuvalu, Suriname und Amerikanisch-Samoa mit nur einmal „Alt-Metall“.

sid

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