Deutsches Tennis-Trio weiter - Australien trauert

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Enttäuscht: Samantha Stosur.

Melbourne - Es läuft weiter gut für die deutschen Tenniscracks in Melbourne. Nach den Erfolgen von Sabine Lisicki, Angelique Kerber und Philipp Petzschner stehen neun Deutsche in der zweiten Runde. Die Australier trauern dagegen.

Zweistündige Schwerstarbeit für Sabine Lisicki, lockere Auftaktsiege für Angelique Kerber und Philipp Petzschner: Am zweiten Tag der Australian Open hat ein deutsches Trio den Sprung in die zweite Runde geschafft. Dort sind nun insgesamt noch neun Profis des Deutschen Tennis-Bundes vertreten - eine stolze Bilanz angesichts der verletzungsbedingten Absagen der Spitzenspieler Andrea Petkovic und Florian Mayer. Die heimischen Fans beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne waren dagegen geschockt vom sensationellen Erstrunden-Aus von Lokalmatadorin und US-Open-Siegerin Samantha Stosur. Immerhin tröstete sie Routinier Lleyton Hewitt mit einem Vier-Satz-Sieg gegen die deutsche Nachwuchshoffnung Cedrik-Marcel Stebe.

Um den positiven Trend des Auftakttages fortzusetzen, musste aber vor allem Lisicki am Dienstag schwer schuften. Bei 35 Grad Hitze und starken Windböen quälte sich die Wimbledon-Halbfinalistin 2:19 Stunden lang, ehe sie die Schweizerin Stefanie Vögele ausgeschaltet hatte. „Ich habe heute sicher nicht mein bestes Tennis gespielt, aber ich habe gekämpft“, sagte die Berlinerin.

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Zwar meinte Lisicki nachher, die Bauchmuskelzerrung habe sie nicht mehr behindert. Doch rund lief es bei der 22-Jährigen noch lange nicht. Immer wieder suchte sie verzweifelt den Blickkontakt zu ihrem Vater Richard, haderte mit sich und den Bedingungen. Im dritten Satz lag die Nummer 15 der Welt sogar 2:4 zurück, ehe sie doch noch einen Weg fand, die Partie zu drehen. „Wenn man gut spielt und gewinnt, ist das schön. Wenn man schlecht spielt und gewinnt, ist das aber noch schöner“, sagte Lisicki, die nun auf Shahar Peer aus Israel trifft.

Im Schongang marschierte hingegen Kerber in die nächste Runde, wo nun die Kanadierin Stephanie Dubois wartet. Gerade einmal 61 Minuten musste die Halbfinalistin der US Open gegen die australische Wildcard-Inhaberin Bojana Bobusic ran, um mit 6:1, 6:3 zu gewinnen. „Ich war vorher sehr nervös, doch dann ist es sehr gut gelaufen“, meinte die Kielerin einen Tag vor ihrem 24. Geburtstag. „Reinfeiern werde ich wohl nicht, aber morgen gemütlich etwas essen gehen.“

Leicht und locker entledigte sich auch Petzschner seiner ersten Aufgabe in Melbourne und stand beim 6:0, 6:0, 6:2 gegen Lukas Rosol kurz vor einem Novum. Fast hätte der Bayreuther seinem Kontrahenten die Höchststrafe verpasst und den Tschechen ohne einen einzigen Punkt vom Platz gefegt. „Natürlich hat man das im Kopf. So eine Chance bekommt man einmal im Leben“, sagte der 27-Jährige, der nun gegen den Kanadier Milos Raonic spielt.

Petzschners Trainer Stefan Eriksson war aber ganz froh, dass seinem Schützling das Kunststück doch nicht ganz gelang. Eriksson wurde 1987 in Wimbledon von Stefan Edberg eine solche Lehrstunde erteilt, seitdem steht er Jahr für Jahr kurz vor dem Rasen-Klassiker in London in den Statistik verliebten britischen Zeitungen.

„Von daher war er ganz glücklich, dass er das morgen hier nicht auch überall lesen muss“, scherzte Petzschner. Der US-Open-Sieger im Doppel hatte allen Grund, gut gelaunt zu sein. „Das war das beste Match, das ich je gespielt habe“, meinte der Davis-Cup-Spieler. „Es war ein perfekter Tennis-Tag.“

Das galt für Matthias Bachinger und Kristina Barrois nicht. Bachinger verlor gegen den Amerikaner Ryan Sweeting klar mit 4:6, 4:6, 2:6. Barrois unterlag der Niederländerin Michaella Krajicek mit 3:6, 6:7 (13:15). In der Night Session lieferte Stebe Publikumsliebling Hewitt einen tollen Fight, ließ aber zu viele Chancen ungenutzt und musste sich nach 3:58 Stunden mit 5:7, 4:6, 6:3, 5:7 geschlagen geben. Im vierten Satz gab der 21-Jährige eine 5:1-Führung noch aus der Hand.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Stosur die Anlage bereits fluchtartig verlassen. „Ich werde ein paar Tage frei machen und abtauchen“, sagte die US-Open-Siegerin nach ihrer völlig unerwarteten 6:7 (2:7), 3:6-Niederlage gegen die Rumänin Sorana Cirstea. „Wahrscheinlich hasst mich jetzt das ganze Land“, meinte die 21-jährige Cirstea nach dem größten Sieg ihrer Karriere entschuldigend. Besser mit dem Druck klar als Stosur kam Titelverteidiger Novak Djokovic, der den Italiener Paolo Lorenzi locker mit 6:2, 6:0, 6:0 besiegte.

dpa

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