Heim-Weltcup in Winterberg

Deutsche Rodler für WM gerüstet

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David Möller

Winterberg - Es war wieder mal ein Wochenende für die deutschen Rodler. Am Samstag zeigte David Möller sein können. Einen Tag darauf triumphierte Rodel-Ass Geisenberger.

Mit dem zweiten Weltcup-Sieg binnen zwei Wochen hat Rodel-Routinier David Möller eine perfekte WM-Generalprobe gefeiert. Der Weltmeister von 2004 und 2007 war am Samstag beim Heim-Weltcup in Winterberg erneut nicht zu schlagen und schaffte mit Bahnrekord seinen zehnten Weltcup-Erfolg. „Nach dem Motto "je oller, desto doller" läuft es bei mir derzeit immer besser“, freute sich Möller über seinen mit nur neun Tausendstelsekunden Vorsprung hauchdünn herausgefahrenen Sieg vor Olympiasieger Felix Loch.

Vor einer Woche hatte Möller, der zum Jahresanfang am Königssee eine fast vier Jahre lange Durststrecke beendet hatte, als Fünfter bei der Heim-EM in Oberhof noch seinen Teamkollegen um Europameister Loch beim Jubeln zuschauen müssen. Im Hochsauerland war der Thüringer dann aber nicht zu bremsen: Nach Rang drei im Zwischenklassement zauberte der 31-Jährige im entscheidenden Durchgang einen Traumlauf in den Eiskanal und setzte sich noch knapp vor Teamkollege Loch durch. Dritter wurde der italienische Altmeister Armin Zöggeler.

„Nach zwei Weltmeisterschaften ohne Medaille wäre es mal wieder schön, auf dem Siegerpodest zu stehen“, unterstrich Möller seine Ambitionen bei den Titelkämpfen Anfang Februar auf der Olympia-Bahn im kanadischen Whistler. Loch konnte die Niederlage gegen seinen Teamkollegen verschmerzen, da er seinen Vorsprung im Gesamt-Weltcup ausbauen konnte. „Das passt schon. Ich habe mit Blick auf die WM im ersten und im zweiten Lauf etwas ausprobiert“, sagte der 23-Jährige. Mit den Rängen vier bis sechs komplettierten Julian von Schleinitz, Johannes Ludwig und Andi Langenhan den erneut bärenstarken Auftritt der deutschen Rodler.

Am Sonntag kann Europameisterin Natalie Geisenberger bei einem erneuten Sieg einen großen Schritt zum erstmaligen Gewinn des Gesamt-Weltcups machen. Bei drei noch ausstehenden Rennen hat die 24-Jährige bereits satte 130 Punkte Vorsprung auf Teamkollegin Anke Wischnewski. Olympiasiegerin Tatjana Hüfner, die in diesem Winter noch immer auf den ersten Sieg wartet, hofft im zweiten Rennen nach ihrer Zwangspause auf ein weiteres Erfolgserlebnis im Endspurt auf die WM in zwei Wochen.

Wie Geisenberger wollen auch die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt in der Erfolgsspur Richtung Gesamtsieg bleiben. Zwar musste der Bayern-Express vor einer Woche bei der EM die erste Saisonniederlage gegen seine deutschen Teamkollegen Toni Eggert/Sascha Benecken hinnehmen. Angesichts des klaren Vorsprungs in der Gesamtwertung können Wendl/Arlt dies aber verschmerzen. „Das ist für uns noch mehr Ansporn“, betonte zudem Arlt.

Fünfter Saisonsieg: Rodel-Ass Geisenberger für die WM gerüstet

Für ihre Siegesserie fehlen Natalie Geisenberger inzwischen die Worte. „Mir wird das jetzt langsam selbst unheimlich, wie es in dieser Saison läuft“, sagte die zurzeit beste Rennrodlerin der Welt. Bei der WM-Generalprobe in Winterberg sicherte sich die frisch gekürte Europameisterin trotz einiger Probleme im Eiskanal ihren fünften Saisonsieg. Die bittere Erkenntnis für die Konkurrentinnen zwei Wochen vor der WM in Whistler lautet: Selbst wenn es nicht so läuft, ist Geisenberger momentan unschlagbar.

„Ich hatte im Training einen Sturz in Kurve 14 und bekomme dieses Missgeschick einfach nicht aus dem Kopf. In beiden Läufen bin ich dort quer gestanden“, haderte die Olympiadritte, die im zweiten Durchgang ihre Teamkollegin Anke Wischnewski (Oberwiesenthal) um 0,020 Sekunden noch vom ersten Platz verdrängte.

Die in diesem Winter weiter sieglose Weltmeisterin Tatjana Hüfner (Friedrichroda) und Lokalmatadorin Corinna Martini rundeten als Dritte und Vierte das erneut herausragende deutsche Mannschaftsergebnis ab. Hüfner hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ausgerechnet beim Saisonhöhepunkt der Knoten platzt: „Whistler ist eine ganz andere Bahn und die WM ein ganz anderes Rennen.

Ihre größte Konkurrentin ist dort in zwei Wochen zweifellos Geisenberger. Die Kristallkugel für den Gesamtsieg im Viessmann Weltcup ist ihr bei noch zwei ausstehenden Rennen kaum noch zu nehmen.

Die erfolgverwöhnten Doppelsitzer mussten dagegen ihre erste Saisonniederlage einstecken. Toni Eggert/Sascha Benecken (beide Ilsenburg) mussten sich eine Woche nach ihrem EM-Sieg in Oberhof hauchdünn um 0,029 Sekunden den Österreichern Andreas und Wolfgang Linger geschlagen geben. `Wir sind im zweiten Lauf einfach schlecht gefahren. Da kann man sich über einen zweiten Platz nicht freuen“, sagte Eggert.

Dem „Bayern-Express“ Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) unterlief kurz nach dem Start im ersten Lauf ein schwerer Fehler, den die beiden auch mit Bahnrekord im zweiten Durchgang nicht mehr kompensieren konnten. Das Duo landete am Ende nur auf Platz acht, führt aber dennoch weiter souverän die Gesamtwertung des Viessmann Weltcups an.

Bereits am Samstag hatte David Möller mit seinem Sieg seine WM-Medaillenambitionen eindrucksvoll untermauert. „Nach dem Motto “je oller, desto doller' läuft es bei mir derzeit immer besser„, sagte der 31-Jährige nach seinem zweiten Saisonsieg innerhalb von zwei Wochen.

In Igls verwies Möller den im Weltcup führenden Felix Loch mit einem Vorsprung von nur 0,009 Sekunden auf Platz zwei. `Das passt schon. Ich habe mit Blick auf die WM etwas ausprobiert“, sagte Welt- und Europameister Loch. Rang drei belegte Altmeister Armin Zöggeler, der nach dem ersten Durchgang überraschend geführt und sich Hoffnungen auf seinen ersten Weltcupsieg seit zwei Jahren gemacht hatte. „Wenn ich ehrlich bin, hätte ich Armin den Sieg gegönnt“, sagte Möller.

dpa

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