Damen holen Silber

Achter fährt nach 24 Jahren wieder Gold ein

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Der Deutschland-Achter ist seit vier Jahren ungeschlagen.

London - Der Deutschland-Achter hat erstmals seit 24 Jahren olympisches Gold gewonnen. Das Flaggschiff des Ruderverbandes siegte auf dem Dorney Lake vor Kanada und Vize-Weltmeister Großbritannien.

Der Deutschland-Achter hat seine unglaubliche Erfolgsserie mit dem ersten Olympiasieg seit 24 Jahren gekrönt. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) setzte sich vor 25.000 enthusiastischen Zuschauern auf dem Dorney Lake in einem packenden Rennen vor Kanada und Gastgeber Großbritannien durch. Völlig ausgepumpt schafften es die deutschen Ruderer so gerade noch, die Arme zum Jubeln hochzureißen. Für das seit vier Jahren in 36 Rennen ungeschlagene deutsche Paradeboot war es der vierte Olympiasieg nach 1960, 1968 und 1988. Zweimal gewann ein Achter der DDR: 1976 und 1980.

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Die Medaillenspur hatte Minuten zuvor der Frauen-Doppelvierer gelegt. Das Weltmeisterboot mit Julia Richter (Berlin), Carina Bär (Heilbronn), Annekatrin Thiele (Leipzig) und Britta Oppelt (Berlin) holte mit einer Länge Rückstand auf die favorisierte Ukraine Silber.

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Nervenstark, technisch überragend, taktisch clever - der ruhmreiche Deutschland-Achter warf seine bekannten Stärken in das Finale auf der 2000-m-Strecke und wurde seinem Ruf als nationales Erfolgssymbol nach drei WM-Titeln in Serie auch auf olympischem Gewässer gerecht.

Die Crew um Schlagmann Kristof Wilke (Radolfzell) ließ sich auch von der beeindruckenden Kulisse und den zunächst bärenstarken Briten nicht aus der Ruhe bringen. Nach einem schnellen Start kontrollierte die Mannschaft von Erfolgstrainer Ralf Holtmeyer vor den Augen der britischen Prinzen William und Harry zunächst die Konkurrenz von der Spitze aus, doch die Briten ließen sich nicht abschütteln. Am Ende hatte Großbritannien aber sein Pulver verschossen, der deutsche Achter zog bei 1500 m davon und hatte im Ziel eine halbe Länge Vorsprung auf Peking-Olympiasieger Kanada. Für Holtmeyer war es ein besonderer Triumph: Der 56-Jährige war bereits 1988 in Seoul Trainer des Gold-Achters gewesen.

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Nach dem Untergang von Peking 2008, als der Deutschland-Achter nach internen Streitigkeiten und kurzfristigen Umbesetzungen Letzter wurde, übernahm Holtmeyer wieder das Kommando - und die Siegesserie mit drei WM-Titeln begann. Aus dem Peking-Achter saß neben Wilke noch Florian Mennigen (Ratzeburg) bei der Goldfahrt am Mittwoch mit im Boot.

Ex-Weltmeister Marcel Hacker hat derweil sein olympisches Halbfinal-Trauma besiegt und steht nach Platz drei im Halbfinale hinter dem neuseeländischen Weltmeister Mahe Drysdale und dem Schweden Lassi Karonen im Finale. „Darauf bin ich stolz. Ich habe dafür hart gearbeitet. Von Platz eins bis sechs ist alles drin“, sagte Hacker, der nach der Zielankunft ein paar Freudentränen verdrückte. Hacker, der bei seinem Olympia-Debüt 2000 in Sydney Bronze gewonnen hatte, hatte 2004 in Athen und 2008 in Peking den Einzug ins A-Finale verpasst.

sid/dpa

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