Deutsche Skispringer zurück in der Weltspitze

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Andreas Wank sorgte für eine faustdicke Überraschung.

Predazzo- Erst sprang Severin Freund auf Platz zwei, dann setzte Andreas Wank fast noch einen drauf: Die deutschen Skispringer haben am Wochenende eine eindrucksvolle Rückkehr in der Weltspitze gefeiert.

Nachdem Freund am Samstag nach dem ersehnten Flug auf das Podest tief durchgeatmet hatte, durfte der 23 Jahre alte Wank im italienischen Predazzo sogar kurz vom ersten Sieg seiner Karriere träumen.

„Mir ist ein richtig guter erster Sprung gelungen. Da habe ich viel aus den Bedingungen gemacht“, sagte Wank, der nach einem Satz auf 129 Meter erstmals als Führender vom Bakken ging. Dann aber folgte ein Satz auf 122 Meter, zudem griff der Junioren-Weltmeister von 2008 bei der Landung in den Schnee. Wank fiel auf Rang neun und somit noch hinter seine Teamkollegen Richard Freitag (Aue) und Freund (Rastbüchl) zurück, die als Vierter und Fünfter ebenfalls eine starke Vorstellung zeigten.

Bundestrainer Werner Schuster hatte für Wank dennoch ein großes Lob übrig. „Er hat das grandios gemacht. Er hat tolle Sprünge gezeigt“, sagte der Österreicher über seinen 1,90 m großen Schützling: „Er springt mit 2,70-Meter-Skiern, da muss für so einen weiten Sprung schon viel passen.“ Am Ende bedeutete Rang neun immerhin das beste Saisonresultat. „Meine Tendenz geht weiter bergauf“, sagte Wank, der am Vortag Zehnter geworden war.

Großer Gewinner des Wochenendes war Vierschanzentournee-Sieger Gregor Schlierenzauer. Der erst 22 Jahre alte Österreicher holte zunächst den 40. Weltcup-Sieg seiner Karriere und jagt damit weiter den Rekord von Matti Nykänen (46), einen Tag später musste er nur dem Polen Kamil Stoch den Vortritt lassen. „40 Weltcup-Siege, das kann ich selber kaum glauben. Das realisiert man wahrscheinlich erst später“, sagte Schlierenzauer.

Für das Gelbe Trikot des Weltcup-Spitzenreiters reichte das aber nicht: Mit 1046 Punkten liegt Schlierenzauer denkbar knapp hinter seinem Teamkollegen Andres Kofler (1049), der die Rangliste seit dem ersten Springen anführt. Bester Deutscher bleibt Freitag (765) als Sechster, Freund folgt mit 617 Zählern auf Rang acht.

Bereits an Samstag hatte Freund mit Platz zwei seine Talfahrt beendet. Anschließend fiel dem 23-Jährigen ein Stein vom Herzen. „Wenn man so zurückkommt, ist es einfach nur schön. Der zweite Sprung hätte auch in die Hose gehen können, aber zum Glück hat alles funktioniert“, sagte der WM-Siebte aus Rastbüchl, der eine Woche zuvor in Sapporo noch den zweiten Durchgang verpasst hatte.

Auch Bundestrainer Schuster war die Erleichterung über Freunds Comeback ins Gesicht geschrieben. „Man hatte schon geflüstert, dass er nicht so stabil sei. Aber am Ende ist er auch nur ein Mensch. Das war wirklich eine Glanzleistung von Severin“, lobte der Österreicher die dritte Podestplatzierung seines Schützlings in diesem Winter: „Er hat eine tolle Leistung gebracht und ist verdient Zweiter geworden.“

Nicht in Predazzo dabei war erneut Martin Schmitt, der nach seiner Knieverletzung aber auf sein Comeback hoffen darf. „Ich rechne in dieser Saison noch mit ihm. Seinem Knie geht es besser“, sagte Schuster. Auch Altmeister Schmitt ist optimistisch: „Motivation und Spaß an der Sache sind da“, sagte der 34-Jährige.

Das galt in Italien auch für die deutschen Adler, für die es am kommenden Wochenende mit dem Heimspringen in Willingen weitergeht. Im Upland hatte Severin Freund im vergangenen Jahr seinen zweiten und bislang letzten Weltcup gewonnen. In der Form von Predazzo scheint eine Wiederholung durchaus möglich.

sid

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