Deutsche Skispringer fliegen zu WM-Silber

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Severin Freund.

Vikersund - Die deutschen Skispringer haben bei der Skiflug-WM in Vikersund nach einer starken Vorstellung überraschend die Silber-Medaille im Teamwettbewerb gewonnen.

 Severin Freund (Rastbüchl), Richard Freitag (Aue), Andreas Wank (Oberhof) und Maximilian Mechler (Isny) mussten sich auf der größten Schanze der Welt in Norwegen mit 1625, 2 Punkten nur Olympiasieger Österreich (1648,4) geschlagen geben und landeten zum ersten Mal überhaupt auf dem zweiten Rang. Für die Austria-Adler war es das dritte Gold in Folge. Platz drei sicherte sich Slowenien (1580,4).

„Dass wir so knapp herankommen an Österreich, ist schon ein bisschen überraschend. Aber wir sind auf einem guten Weg. Ich habe immer an die Jungs geglaubt. Dies ist eine Bestätigung für unsere Arbeit“, sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Aus der starken Mannschaft des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) ragte der 20-Jährige Freitag heraus. Dem Sachsen gelang mit seinem Flug auf 230,0 Meter ein deutscher Rekord. „Das ist schon gewaltig, ich hätte das vorher nicht gedacht. Der Sprung war richtig gut“, sagte Freitag: „In dem Moment denkt man im Flug nur: 'Weiter, weiter, weiter'. Irgendwann merkt man dann, dass der Sprung richtig gut geht.“

Vor 27.000 Zuschauern endete die WM allerdings ohne den erhofften Weltrekord. Den weitesten Sprung der Titelkämpfe zeigte Anders Fannemel, der mit 244,5 Metern die ein Jahr alte Bestmarke seines Landsmanns Johan Remen Evensen nur um zwei Meter verfehlte. Die WM-Organisatoren hatten sich auf dem „Monster-Bakken“ den ersten 250-Meter-Sprung der Geschichte erhofft.

Für die DSV-Adler war es die erste Medaille nach zwei Weltmeisterschaften ohne Podiumsplatz. 2006 hatte Deutschland zuletzt Team-Bronze geholt, im Einzel wartet das deutsche Team seit Gold durch Sven Hannawald 2002 weiter auf Edelmetall.

Am Samstag war Freund im Einzelwettbewerb als Vierter knapp an einer Medaille vorbeigeflogen. Den WM-Titel holte der Slowene Robert Kranjec vor dem Norweger Rune Velta und Topfavorit Martin Koch (Österreich). Freitag komplettierte als Neunter das gute Ergebnis der DSV-Adler, Wank und Mechler landeten auf den Plätzen 17 und 23.

sid

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