Gold für Norwegen

Deutsche Langläuferinnen ohne Medaille

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Denise Herrmann (l.) und Miriam Gössner

Val di Fiemme - Auch Miriam Gössner hat der deutschen Langlauf-Staffel die ersehnte WM-Medaille über 4x5 Kilometer nicht bescheren können.

Für Miriam Gössner wurden die letzten Meter ihres Abstechers zur Skilanglauf-WM zur Strafrunde. Nur auf Rang sieben und mit enttäuschter Miene überquerte die Schlussläuferin der deutschen Staffel die Ziellinie, am schlechtesten Abschneiden eines DSV-Quartetts seit 20 Jahren konnte auch die Biathlon-„Leihgabe“ nichts ändern. „Die Enttäuschung ist groß. Wir wollten ganz vorne mitlaufen“, sagte die Garmischerin, während wenige Meter entfernt Norwegen mit Superstar Marit Björgen zur großen Siegesparty ansetzte.

Gössner war nur als Sechste auf die letzte Runde gegangen, auf der sie dann sogar noch Frankreich passieren ließ. „Es sind eben nur fünf Kilometer, die sind schnell vorbei. Ich habe versucht, alles zu geben. Aber als es am letzten Berg absehbar war, dass es nichts mehr wird, bin ich nicht mehr über dem Limit gelaufen“, sagte die 22-Jährige. Unmittelbar nach Rennende begann für Gössner der Reisestress. Per Hubschrauber ging es nach München, für den späten Abend war die Ankunft in Oslo geplant, wo sie schon am Freitag im Biathlon-Weltcup starten will.

„Zum Podest fehlte dann leider doch etwas. Wir sind bei den Damen trotz der Verstärkung durch Miriam nicht davon ausgegangen, hier eine Medaille zu holen“, sagte Bundestrainer Frank Ullrich, der in Italien auch bei den Männern bislang noch ohne Edelmetall ist. Im Ziel fehlten auf Bronze 1:22 Minuten, der Rückstand auf Norwegen betrug sogar 2:07,8 Minuten. Schlechter platziert war eine deutsche Frauen-Staffel bei einer WM zuletzt 1993 mit Rang zehn gewesen. Bei den Titelkämpfen 2009 sowie Olympia 2010 hatte Deutschland mit Gössner noch Silber geholt.

„Es war trotzdem eine schöne WM, die viel Spaß gemacht hat“, sagte Gössner, die über zehn Kilometer als Vierte knapp am Podest vorbei gelaufen war. In der Staffel fehlte ihr dann aber wie auch Nicole Fessel, Katrin Zeller und Denise Herrmann die Kraft. „Die eine oder andere war heute ein bisschen müde“, sagte Ullrich: „Und die eine oder andere hatte auch nicht das überragende Material.“

Startläuferin Fessel (Oberstdorf) erfüllte zunächst Ullrichs Vorgabe und hielt das DSV-Quartett im Rennen, ohne gegen Medaillen-Konkurrenten wie Schweden oder Finnland an Boden zu verlieren. „In der ersten Runde habe ich mich sehr gut gefühlt. Ich dachte, heute geht was. Leider ging dann doch nicht so viel“, sagte die 29-Jährige, die auch von einem Beinahe-Sturz nicht gestoppt werden konnte. Fessel übergab auf Rang fünf.

Größere Probleme hatte anschließend Zeller. „Mein Ski lief nicht so gut. Am Ende war es nur noch ein Kampf ins Ziel“, sagte die Oberstdorferin, die auf Rang sieben zurückfiel. Denise Herrmann (Oberwiesenthal) machte anschließend einen Platz gut, das war aber zu wenig. „Ich hätte Miri gerne eine bessere Ausgangsposition gegeben“, sagte Herrmann, ehe Gössner sogar noch Frankreich passieren lassen musste.

Jubeln durften erneut die Norweger, die Schweden und Russland auf die Plätze verwiesen. Für „Königin Marit“ war es beim vierten Start in Val di Fiemme die dritte Goldmedaille. Insgesamt steht Björgen nun bei elf WM-Titeln und schloss damit in der „ewigen“ WM-Bestenliste der Langläuferinnen zur Russin Larissa Lasutina auf. Die führende Jelena Wälbe (14 Titel), ebenfalls aus Russland, könnte Björgen erst bei der WM 2015 in Falun/Schweden erreichen.

sid

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