Drittes Bronze für Biedermann - Chinas Rekordjubel

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Paul Biedermann & Co. holten Bronze

Shangahai - Die 4 x 100 Meter Lagen-Staffel der Männer hat zum Abschluss der Schwimm-WM in Shanghai Bronze geholt.

Paul Biedermann sicherte der deutschen Lagen-Staffel im packenden Finish Bronze, aber am verfehlten Medaillenziel konnte das auch nichts mehr ändern. Fünfmal Bronze lautete die magere Ausbeute der goldlosen deutschen Schwimmer bei den Weltmeisterschaften in Shanghai - die schlechteste Becken-Bilanz seit der Wiedervereinigung. “Jeder Fehler wird bestraft. Wir können nicht mit dem Auftreten der Mannschaft zufrieden sein“, sagte Bundestrainer Dirk Lange. Für den Deutschen Schwimm-Verband war es insgesamt gar der schlechteste Auftritt seit WM-Beginn 1973. Damals hatte die DDR bei deutlich weniger Entscheidungen reichlich abgeräumt. Immerhin sorgte das Lagen-Quartett mit Helge Meeuw, Hendrik Feldwehr Benjamin Starke und Schlussschwimmer Biedermann über 4 x 100 Meter nach dem Stimmungsdämpfer durch Britta Steffens K.o. für einen erfreulichen Abschluss. Nachdem sich die Olympiasiegerin aus der Ferne erstmals über die Gründe für die Abreise geäußert hatte, stieg ihr Freund Biedermann zum dritten Mal als Bronzemedaillengewinner aus dem Becken. Und Rekord-Olympiasieger Michael Phelps war nach dem Erfolg der eigenen US-Staffel am Sonntag der erste internationale Gratulant beim deutschen Top-Schwimmer.

“Ich liebe diese Duelle. Wir wollten einen einigermaßen versöhnlichen Abschluss hinlegen“, sagte Biedermann, der bei der WM Größe zeigte. Er rettete die deutsche Bilanz, tröstete seine fluchtartig abgereiste Freundin und brachte sich für die Olympischen Spiele in einem Jahr eindrucksvoll in Stellung.

In Rom hatten alle Sparten 2009 zwölf Podestplätze mit siebenmal Gold eingefahren. Nun wurden die 14 angepeilten Medaillen in China um eine Medaille verfehlt. Steffens Beitrag zur Bilanz fehlte, die einzige goldene holte Thomas Lurz im Freiwasser. Zudem waren einige Plaketten “nicht in der Farbe wie wir es uns gewünscht haben“, sagte Lutz Buschkow. Wasserspringer (0-1-3) und Freiwasser-Team (1-3-1) wurden vom Leistungssportdirektor als “goldene Seite“ einer Medaille gelobt. Wasserball und Synchronschwimmerinnen waren im Rahmen - vom Becken-Team muss dagegen bis London mehr kommen.

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Nur sechs Einzel-Finalteilnahmen sind hier nicht das, was sich der Verband 2012 wünscht. “Mit der Entwicklung können wir nicht zufrieden sein, das müssen wir so deutlich sagen“, sagte Buschkow zum Auftritt des prestigeträchtigsten Mannschaftsteils und stellte “ein paar Defizite“ fest. Zwar durfte sich der Missions-Chef über die bronzenen Auftritte von Erfolgsgarant Biedermann, WM-Aufsteiger Christian vom Lehn und zweier Staffeln freuen, aber sein Job war nicht nur wegen des Wirrwarrs um Steffen “nicht vergnügungssteuerpflichtig“. In der Causa gibt es noch Redebedarf von Verbandsseite.

Die Doppel-Olympiasiegerin selbst übermittelte via “Bild“ eine Erklärung für ihre fluchtartige WM-Abreise. “Sich die 100 und 50 Meter Freistil von der Tribüne aus anzusehen, wäre unerträglich gewesen“, sagte Steffen, die sich im Freizeitlook, Sonnenbrille und den Schuhen ihres Sponsors von einer Freundin auf einer Parkbank ablichten ließ.

Beste WM-Starterin war Russlands Synchronschwimmerin Natalia Ischtschenko mit sechs Titeln, im Becken räumte Ryan Lochte (USA) wie kein Zweiter ab. Mit fünf Siegen stahl er Phelps & Co. die Show. “Aber nächstes Jahr zählt es erst richtig“, sagte der 26-Jährige, der am Sonntag über 400 Meter Lagen Shanghai-Sieg Nummer fünf holte. Für einen besonderen Augenblick sorgte Chinas Sun Yang. Mit seinen 14:34,14 Minuten über 1500 Meter Freistil unterbot er den einzigen Weltrekord aus der Voranzug-Zeit, die zehn Jahre alte Marke von Grant Hackett (Australien).

Rekord-Olympiasieger Phelps feierte unterdessen seinen insgesamt 26. WM-Titel. Am Abschlusstag übernahmen die USA mit insgesamt 16 Schwimm-Erfolgen dann auch Platz eins in der Nationenwertung (17 Gold) vor China (15). Deutschland lag auf Rang zwölf (1-3-9).

Über 50 Meter Freistil gab es am Wochenende den zweiten Titel für Cesar Cielo Filho (Brasilien) in China. Auf seinen Titeln lag aber nach einer positiven Doping-Probe ein Schatten, auch wenn der Befund durch Verunreinigungen in einer brasilianischen Apotheke entstanden sein soll. Bei der WM wurde bis zum Abschluss kein Doping-Fall bekannt. 300 Urintests und “30 bis 40“ Bluttests sollten genommen werden. Alle bisher ausgewerteten Tests seien negativ gewesen, hieß es am Sonntag.

Weltmeister im Wasserball wurde bei den Männern Italien, bei den Frauen Griechenland. Die deutschen Wasserball-Männer beendeten die WM als Achter - und hatten schon längst bei ihrem Rückflug eingecheckt als Biedermann noch mal als Dritter anschlug.

dpa

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