Deutsche Kombinierer siegen in Sotschi

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Johannes Rydzek

Sotschi - Die deutschen Kombinierer haben den Teamwettbewerb beim Weltcup im russischen Sotschi gewonnen.

Erst verpasste Eric Frenzel den fünften Einzelsieg in Folge nur um wenige Sekunden, dann konnte er sich mit dem Team doch noch ausgelassen freuen: Nach vier Einzel-Erfolgen in Serie musste sich der Kombinations-Weltmeister im russischen Sotschi zunächst mit Rang zwei begnügen, doch in der Staffel am Sonntag führte der Sachse das DSV-Quartett beim Olympiatest zum ersten Triumph seit drei Jahren. „Mir war erst auf der Zielgeraden klar, dass wir gewinnen“, sagte der überglückliche Weltcup-Spitzenreiter nach dem fast perfekten Wochenende.

„Unser Plan ist aufgegangen, wir wollten einfach mal ein Zeichen setzen für die Weltmeisterschaften. Man darf es nicht überbewerten, aber es ist ein Fingerzeig, dass wir auch Norwegen schlagen können“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Sein Team mit Frenzel (Oberwiesenthal), Johannes Rydzek (Oberstdorf), Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) und Manuel Faißt (Baiersbronn) tritt nun als Favorit bei der WM im italienischen Val di Fiemme (20. Februar bis 3. März) an.

Der Start-Ziel-Sieg des Quartetts kommt zum perfekten Zeitpunkt. „Wir haben jetzt ein gesundes Selbstvertrauen bekommen, das ist mir eigentlich ganz lieb. Sicher werden die Staffeln bei der WM aber in anderer Besetzung noch anders laufen“, sagte Weinbuch. Im Ziel jubelten die Kombinierer trotzdem ausgelassen.

Taktisch „zockte“ (O-Ton Weinbuch) die Mannschaft und ließ die Konkurrenten in der Loipe immer wieder herankommen, um jeweils in den letzten Runden jedes Athleten richtig Gas zu geben. „Genau so war es geplant, auch wenn es ein Risiko war“, sagte Weinbuch.

Rydzek blickte derweil schon einmal auf die Olympischen Spiele voraus: „Die Strecke hier ist sehr hart, aber das liegt uns Deutschen ganz gut. Ich freue mich, dann nächstes Jahr wieder dabei zu sein.“ Zunächst soll es aber bei der WM in Italien Edelmetall geben. Vor allem Frenzel scheint gute Chancen zu haben, seinen Titel erfolgreich verteidigen und vielleicht noch mehr Medaillen sammeln zu können.

Zwar verpasste es der Sachse am Samstag, den fünften Sieg in Folge zu feiern, traurig war der Weltmeister von 2011 deswegen aber nicht. Mit Rang zwei baute er seine Führung im Gesamtweltcup weiter aus. Auf der Olympia-Strecke kam der 24-Jährige mit einem Rückstand von 14,1 Sekunden auf den Österreicher Bernhard Gruber ins Ziel. „Es war wirklich nicht einfach. Das war ein schwierige Strecke, und der nasse Neuschnee hat es nicht leichter gemacht“, sagte Frenzel.

Auch die übrigen deutschen Starter konnten die starken Ergebnisse der vergangenen Wochen nicht wiederholen. Zweitbester DSV-Athlet war Routinier Björn Kircheisen auf Rang 16, Vize-Weltmeister Tino Edelmann (Zella-Mehlis) und der neue Junioren-Weltmeister Manuel Faißt kamen auf die Ränge 19 und 21. Angesichts des Mannschaftssieges störte das am Ende jedoch nicht mehr.

Am kommenden Wochenende folgt in Kasachstan die WM-Generalprobe. Dort wird Frenzel allerdings fehlen. „Eric geht nicht nach Almaty, damit er für die WM richtig Kräfte sammeln kann“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

sid

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