Deutsche Handballer verpatzen EM-Start

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Adrian Pfahl (Mitte) & Co. erwischten einen Fehlstart

Nis - Die deutschen Handballer haben ihren Auftakt bei der EM in Serbien gründlich verpatzt. Im ersten Spiel gab es eine Niederlage gegen Tschechien. Gegen Mazedonien ist das Team unter Siegzwang.

Herber Dämpfer für die deutschen Handballer im Kampf um ihre letzte Olympia-Chance: Nach einer desolaten ersten Halbzeit verlor die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Sonntag ihr Auftaktspiel bei der EM in Serbien mit 24:27 (9:14) gegen Tschechien. Vor 4800 Zuschauern im Sportzentrum Cair in Nis war Lars Kaufmann mit fünf Toren bester deutscher Werfer.

Durch die Niederlage steht die deutsche Mannschaft im zweiten Spiel am Dienstag (18.15 Uhr/ARD) gegen Mazedonien unter Siegzwang. Im letzten Vorrundenspiel am Donnerstag ist der WM-Vierte Schweden der Kontrahent. Um die Hauptrunde zu erreichen, ist der dritte Rang nötig.

“Es ist noch nichts verloren“, sagte Bundestrainer Martin Heuberger und versuchte, Optimismus zu verbreiten. “Ich bin mir sicher, dass wir am Dienstag eine Mannschaft sehen werden, die fightet und alles tut, um gegen Mazedonien zu gewinnen.“

Am Tag vor dem Spiel gegen Tschechien war Heuberger ebenfalls überzeugt davon gewesen, dass er seine Mannschaft taktisch bestens auf die Partie vorbereitet hatte. Überraschend startete seine Auswahl dann mit einer Manndeckung durch Dominik Klein gegen Welthandballer Filip Jicha.

Allerdings erwies sich die Maßnahme schnell als untauglich. Denn wie beim 21:22 in der EM-Generalprobe gegen Ungarn versagten die deutschen Spieler im Angriff. So rannte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) erst einem 2:5-Rückstand (9.) und später einem 3:9 (12.) hinterher. Allein bis zum zwischenzeitlichen 5:11 (23.) hatten die Mannen um Kapitän Pascal Hens zehn klare Chancen kläglich vergeben. “Dann ist es schwierig, Selbstsicherheit zu bekommen“, gestand Heuberger und stellte fest: “Die Chancenauswertung hat uns das Genick gebrochen.“

Zum Auftakt der zweiten Hälfte wirkte die deutsche Mannschaft wie ausgewechselt. Mit mehr Mut und größerer Konsequenz im Abschluss startete das Team seine Aufholjagd und war beim 16:17 (38.) wieder auf Tuchfühlung. Doch wegen erneut schwacher Chancenverwertung kam es nie zum Ausgleich. Stattdessen geriet das DHB-Team mit 19:24 (51.) ins Hintertreffen und auf die Verliererstraße. “Es ist noch nicht vorbei“, sagte Kapitän Hens, musste aber nach der Leistung gegen die Tschechen eingestehen: “Das war nicht das, was wir zeigen wollten.“

In der vermeintlich leichtesten Vorrundengruppe hat sich die deutsche Mannschaft das Erreichen der Hauptrunde vorgenommen, um so die Chancen auf einen Platz in der Olympia-Qualifikation als Minimalziel zu wahren.

Zudem sieht der Nachfolger des ins Verbandsmanagement gewechselten Heiner Brand seine Auswahl in der Pflicht, Werbung für den deutschen Handball zu machen. Bei der EM vor zwei Jahren in Österreich war das DHB-Team Zehnter geworden. Vor Jahresfrist blieb der Weltmeister von 2007 bei der WM in Schweden gar auf dem elften Rang hängen und verpasste durch die bislang schlechteste WM-Platzierung die angestrebte Qualifikation für ein Olympia-Qualifikationsturnier.

Am Tag vor dem Auftaktspiel hatte Heuberger sein offizielles Aufgebot auf 15 statt der erlaubten 16 Spieler reduziert und dabei auf den Lemgoer Martin Strobel verzichtet. Damit vertraut der Bundestrainer auf der Spielmacherposition dem Berliner Sven-Sören Christophersen als möglichen Ersatz für Stammregisseur Michael Haaß (Göppingen).

dpa

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