Berlin gewinnt erstes Finale gegen Mannheim

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Der Berliner Laurin Braun (l) und Mannheimer Nikolai Goc im Zweikampf.

Berlin  - Die Eisbären Berlin haben im Traumfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft einen Auftakt nach Maß erwischt und die Adler Mannheim bezwungen.

Der Titelverteidiger setzte sich im ersten Play-off-Finalspiel gegen die Adler Mannheim mit 2:0 (0:0, 0:0, 2:0) durch und ist in der Serie „best of five“ nur noch zwei Siege vom Gewinn der sechsten Meisterschaft entfernt. Im Moment teilen sich Berlin und Mannheim den Titel des DEL-Rekordmeisters.

Der Finalauftakt konnte vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Berliner Arena zu keiner Zeit die hohen Erwartungen erfüllen, die das Gipfeltreffen der beiden besten Teams der Liga im Vorfeld hervorgerufen hatte. In einer hart umkämpften, aber größtenteils niveauarmen Partie erzielten Mads Christensen (41.) und Kapitän Richard Regehr (52.) die Treffer für die im Schlussdrittel dominierenden Eisbären.

Am Mittwoch (19.30 Uhr/Sky) kann sich Berlin mit einem Triumph in Mannheim bereits einen Matchball erarbeiten. Das dritte Finalspiel findet zwei Tage später wieder in der Hauptstadt statt.

„Wir haben von der ersten Minute an Vollgas geben. Wir wollten sie immer unter Druck setzen. Das hat gut geklappt. Es war ein unheimlich harter Kampf“, sagte Berlins Frank Hördler. Und Mannheims Marcus Kink meinte: „Die Eisbären haben ihren Heimvorteil clever genutzt. Es ist sehr schwer, in Berlin zu spielen. Er ist sehr laut. In unserem Stadion wird das anders ausschauen.“

Bei den Eisbären wurde schon vor dem ersten Bully die Parade-Sturmreihe mit Darin Olver, Barry Tallackson und Florian Busch gesprengt. Ex-Nationalspieler Busch, der in der letzten Halbfinalpartie von Straubings Skandal-Torwart Barry Brust brutal gefoult worden war, fiel verletzt aus. Dennoch war Berlin im torlosen Eröffnungsdrittel die aktivere Mannschaft mit den besseren Chancen. Adler-Goalie Freddy Brathwaite reagierte jedoch mehrmals glänzend.

Im Mittelabschnitt stand Brathwaites Gegenüber Rob Zepp verstärkt unter Beschuss. Die Gäste spielten etwas gefälliger nach vorne, auch wenn das Spiel weiterhin kein Leckerbissen war. Bei den Eisbären lief nur noch wenig zusammen. Die Berliner mussten neben Busch sowie den Langzeitverletzten Stefan Ustorf und Denis Petersen auch auf Nationalspieler Andre Rankel verzichten, der wegen eines Kopfchecks gegen Straubing von der DEL für zehn Spiele gesperrt wurde.

Die Mannheimer hatten dagegen keinen einzigen Ausfall zu beklagen und mussten sogar den ehemaligen NHL-Profi Niko Dimitrakos als überzähligen Ausländer zu Hause lassen.

Nach dem schnellen Führungstreffer für die Berliner im Schlussdrittel, für den das Schiedsrichtergespann den Videobeweis bemühte, wurde das Spiel rassiger. Mannheim drängte auf den Ausgleich, schwächte sich mit unnötigen Strafminuten aber oft selbst. Berlin blieb vor allem mit Tempogegenstößen gefährlich.

In der DEL-Geschichte standen sich die beiden Klubs mit dem ligaweit größten Potenzial bislang erst in zwei Finalserien gegenüber, von denen sowohl die Adler (1998) als auch die Eisbären (2005) jeweils eine gewannen.

SID

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