Berlin wehrt Mannheimer Matchball ab

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Am Dienstag fällt die Entscheidung im DEL-Finale.

Mannheim - Mit einer unglaublichen Energieleistung hat Titelverteidiger Eisbären Berlin im Traumfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) den ersten Matchball der Adler Mannheim abgewehrt.

Der Vorrundensieger setzte sich im spektakulären vierten Play-off-Duell der DEL-Rekordmeister in Mannheim mit 6:5 (1:2, 1:1, 3:2, 1:0) nach Verlängerung durch und glich in der „Best-of-five“-Serie auf 2:2 aus. 14 Minuten vor Schluss hatten die Eisbären noch mit 2:5 zurückgelegen. Die Entscheidung fällt im fünften Spiel am Dienstag (19.30 Uhr/Sky) in Berlin.

Vor 13.600 Zuschauern in der ausverkauften SAP Arena verhinderte T.J. Mulock mit seinem Siegtreffer nach 3:26 Minuten im Sudden Death zumindest vorerst den insgesamt siebten Titelgewinn der Mannheimer. Zuvor hatten sich die Eisbären mit den Treffern von James Sharrow (6. und 47.), Mads Christensen (39.), Barry Tallackson (48.) und Tyson Mulock (54.) in die Verlängerung gekämpft. Christoph Ullmann (1. und 32.), Adam Mitchell (12.), Ken Magowan (44.) und Craig MacDonald (46.) trafen für die Adler, die wie die Berliner seit der Einführung der DEL 1994 fünfmal triumphiert hatten. Es war das torreichste DEL-Finale seit dem 8:7 der Berliner gegen denselben Gegner im Jahr 1998.

„Das war ein wahnsinniges Spiel, einfach nur eine geile Show, super auch für das deutsche Eishockey. Ich bin brutal stolz auf meine Mannschaft“, sagte Eisbären-Urgestein Sven Felski, der nun am Dienstag ein Jubiläum der besonderen Art genießen darf: Das fünfte und entscheidende Finale ist sein 1000. DEL-Spiel.

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Ullmann bescherte den Mannheimern einen Start nach Maß: Nach einem Solo fast über die gesamte Eisfläche spielte der 28-Jährige auch noch Eisbären-Torhüter Rob Zepp aus und schlenzte die Scheibe bereits nach 42 Sekunden zum ersten Mal ins Netz. Das spektakuläre neunte Play-off-Tor des Nationalspielers war der Startschuss für ein erstes Drittel mit Hochgeschwindigkeits-Eishockey und zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten.

Die Berliner antworteten mit wütenden Angriffen, Adler-Goalie Fred Brathwaite bekam alle Hände voll zu tun. Nachdem Jens Baxmann den Pfosten getroffen hatte, gelang Sharrow der Ausgleich auf unkonventionelle Art: Der Puck sprang von der Bande auf den Schläger des Verteidigers, der ihn über die Linie stocherte. Zwar wogte das Spiel hin und her, doch die Eisbären hatten die klareren Möglichkeiten. Dennoch ging erneut Mannheim in Führung: Einen Schlagschuss von Verteidiger Chris Lee lenkte Mitchell durch die Beine von Zepp.

Ein Drittel ohne Strafen

Die Schiedsrichter Daniel Piechaczek und Lars Brüggemann ließen das Spiel trotz einiger hitziger Duelle ein Drittel lang ohne jegliche Strafen laufen und zogen sich den Unmut der Berliner zu, als James Sifers den Eisbären-Stürmer Dominik Bielke ungeahndet mit dem Ellbogen am Kopf traf. Dagegen musste Eisbär Frank Hördler wegen angeblichen Beinstellens auf die Strafbank (30.), Ullmann nutzte die 4:3-Überzahl dank Berliner Mithilfe zu seinem zehnten Play-off-Tor, Sharrow fälschte seinen Schuss unhaltbar ab. Zuvor hatte der Mannheimer Ken Magowan die Latte getroffen (25.).

Beide Teams mussten dem hohen Tempo Tribut zollen, dennoch blieb das Duell der besten Klubs der DEL packend. Die Eisbären gaben nicht auf, Brathwaite rettete mehrmals in höchster Not, hatte beim Anschlusstreffer durch Christensen, einem Aufsetzer, allerdings Pech. Im fulminanten Schlussdrittel zogen zunächst die Adler auf 5: 2 davon, dann kamen die Eisbären zurück.

Am Freitagabend in Berlin hatte Yanick Lehoux fast im Alleingang den so wichtigen Auswärtssieg der Adler gesichert. Mit seinem Doppelpack (37. und 50.) drehte der kanadische Stürmer den 0: 1-Rückstand durch Richard Regehr (11.). „Das waren die zwei wichtigsten Tore meiner Karriere“, sagte der 30-Jährige.

sid

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