Debakel perfekt

Keine Medaille für deutsche Schützen

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Daniel Brodmeier

London - Auch die letzten „Patronen“ der deutschen Schützen haben nicht ins Schwarze getroffen. Das größte Debakel seit der Schmach von Sydney 2000 ist perfekt.

Am Montag verpassten Daniel Brodmeier und Maik Eckhardt im Kleinkaliber-Dreistellungskampf und auch Karsten Bindrich im Trap bei den Olympischen Spielen als letzte Hoffnungsträger die Medaillenränge. Das größte Debakel der deutschen Schützen seit der Schmach von Sydney vor zwölf Jahren ist perfekt.

„Wir sind auf jeden Fall enttäuscht. Wir haben unsere Zielsetzung von vier bis fünf Medaillen nicht erfüllt. Unsere erfahrenen Athleten haben nicht gestochen“, sagte DSB-Sportdirekor Heiner Gabelmann. Nicht eine Medaille haben die teils favorisierten deutschen Schützen gewonnen, sie enttäuschten auf ganzer Linie.

Dabei waren die Chancen auf den Befreiungsschlag am Montag gegeben. Brodmeier und Eckhardt starteten stark in der liegenden Position und patzten dennoch, Bindrich war als Zweitplatzierter in die letzten beiden Qualifikationsdurchgänge gegangen, behauptete diese Position jedoch nicht und verfehlte das Finale. „Die Olympischen Spiele entwickeln ihre Eigendynamik. Ich sehe jetzt nicht, dass wir extreme Fehler in der Vorbereitung gemacht haben“, sagte Gabelmann, der auch die Nominierungen verteidigte.

Zuvor hatten zahlreiche Favoriten nicht überzeugt. Rekord-Olympionike Ralf Schumann (Suhl) zog bei seiner siebten Teilnahme erstmals nicht ins Finale ein. Auch Sonja Pfeilschifter (Großhöhenrain), die nicht für ihre Spezialdisziplin Luftgewehr nominiert worden war, patzte in der Qualifikation im Kleinkaliber-Dreistellungskampf.

„Ich gehe davon aus, dass jeder sein Bestes gegeben hat. Es wurde in vielen Bereichen wirklich sehr stark geschossen, gerade in den Finals“, sagte Christian Reitz, der mit zwei Finalteilnahmen noch zu den erfolgreichsten Athleten zählte: „Wir haben uns in vielen Disziplinen mehr erhofft. Aber so ist nun einmal der Sport. Mal gewinnt man, mal verliert man.“

Der DSB, der sich in Hinblick auf die Spiele in Rio 2016 neu ausrichten und den Verjüngungskurs fortsetzen will, stellt sich nach der „Klatsche“ (Gabelmann) auf finanzielle Kürzungen ein. „Das Abschneiden hat klare Auswirkungen auf die Projektmittel, die wir bekommen. Das muss zusammen mit dem DOSB überprüft werden. Man muss schon damit rechnen, dass das eine oder andere Projekt nicht mehr so ausgestattet ist oder wegfällt“, sagte Gabelmann.

SID

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