Davis Cup: Traum vom Halbfinale geplatzt

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Christopher Kas (r.) und Philipp Petzschner

Stuttgart - Das deutsche Davis-Cup-Team hat gegen Angstgegner Frankreich den Einzug ins Halbfinale klar verpasst und kann erst im nächsten Jahr einen neuen Anlauf auf den vierten Triumph nehmen.

Der Angstgegner aus Frankreich war wieder eine Nummer zu groß: Das deutsche Davis-Cup-Team hat den Einzug ins Halbfinale klar verpasst und kann erst im nächsten Jahr einen neuen Anlauf auf den vierten Triumph im bedeutendsten Mannschafts-Wettbewerb nehmen. Das Quartett von Kapitän Patrik Kühnen lag im Viertelfinale gegen den letztjährigen Endspielteilnehmer Frankreich bereits vor den abschließenden beiden Einzeln am Sonntag mit 0:3 in Rückstand. Frankreich trifft im Halbfinale im September auf Rekordgewinner USA oder Spanien.

Die letzten vagen Hoffnungen auf den ersten Sieg gegen die Equipe Tricolore seit 73 Jahren platzten am Samstag auf dem Weissenhof. Das Doppel Philipp Petzschner/Christopher Kas (Bayreuth/Trostberg) vergab durch ein 6:7 (4:7), 4:6, 4:6 gegen Jo-Wilfried Tsonga/Michael Llodra auch die letzte Chance auf die erste Semifinal-Teilnahme seit 2007.

In einem zunächst umkämpften Match erwies sich in den entscheidenden Phasen vor allen Dingen Routinier Kas als Schwachpunkt. Der 31 Jahre alte Doppelspezialist patzte immer wieder am Netz und konnte nicht wie gewohnt auf seinen starken Aufschlag zurückgreifen. Bezeichnend, dass dem französischen Duo mit Wimbledon-Halbfinalist Tsonga im zweiten Satz das entscheidende Break gegen Kas gelang. Im ersten Durchgang fiel die Entscheidung erst im Tiebreak, als Tsonga mit einem Rahmenball den ersten Satzball verwandelte.

Wie bereits am Vortag gaben die rund 200 Anhänger der Equipe Tricolore auf den nur halbvollen Rängen den Ton an. Bekleidet in blauen T-Shirts feuerten sie ihr Duo lautstark an und rollten immer wieder eine riesige Frankreich-Fahne aus.

Zwar keimte im dritten Satz noch einmal kurzzeitig Hoffnung auf. Doch nachdem das DTB-Team bei einer 4:3-Führung zwei Breakchancen nicht nutzen konnte, schwante wohl auch Kühnen Übles. Nach 2:15 Stunden verwandelte Llodra mit einem Volley den ersten Matchball für den Favoriten.

Am Sonntag (12.00) stehen sich in den unbedeutenden Einzeln zunächst die beiden Topspieler Florian Mayer und Gael Monfils gegenüber. Das vierte Einzel bestreiten Philipp Kohlschreiber und Richard Gasquet. Allerdings können die beiden Teamkapitäne noch personelle Veränderungen vornehmen.

Mayer hatte sich während seiner Partie am Freitag mit Oberschenkelproblemen und Krämpfen geplagt. In seinem ersten Davis-Cup-Spiel als deutsche Nummer eins hatte der Weltranglisten-20. trotz einer 2:0-Satzführung mit 6:4, 6:4, 5:7, 3: 6, 3:6 gegen Gasquet verloren. Halle-Sieger Kohlschreiber hatte sich im Anschluss mit 6:7 (3:7), 6:7 (5:7), 4:6 dem Weltranglistensiebten Monfils beugen müssen. Das Kühnen-Team kassierte gegen „Les Bleus“ die siebte Niederlage im neunten Duell.

sid

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