Davis Cup: Nadal schimpft über die Offiziellen

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Rafael Nadal hat beim Davis Cup über die Offiziellen geschimpft

Cordoba - Roger Federer verlor müde und abgekämpft auf dem Court, und Rafael Nadal schimpfte auf die Davis-Cup-Offiziellen. Die reagierten prompt auf die Kritik des Superstars.

„Es kann nicht sein, dass zwei große Wettbewerbe wie ein Grand-Slam-Turnier und der Davis Cup so dicht beieinander liegen. Wenn das so weitergeht, werden die besten Spieler hier nicht mehr antreten“, schimpfte der Spanier Nadal, der Spanien am Freitag im Halbfinale gegen Frankreich mit 1:0 in Führung gebracht hatte.

Francesco Ricci, Präsident des Tennis-Weltverbandes ITF, reagierte umgehend auf die Kritik des Superstars: „Nadal hat das Recht, sich nach 70 Spielen in dieser Saison müde zu fühlen. Das ist aber nicht die Schuld des Davis Cups, den er außerdem nur dreimal in den vergangenen zwei Jahren gespielt hat.“ Ricci legte nach: „Nadal sagt, wir würden nicht auf die Spieler hören. Doch der Davis-Cup-Termin wurde geändert - gegen die Wünsche der ITF und ihres Präsidenten. Wir denken noch immer, dass der Termin im September falsch ist.“

Mit der Auseinandersetzung zwischen Nadal und der ITF geht der Streit um den engen Terminkalender im Tennis-Zirkus weiter. Bereits vor zwei Jahren hatte der Linkshänder mit Federer und einigen anderen Spielern den Weltverband dazu gebracht, die Viertel- und Halbfinals im Davis Cup nach Wimbledon und den US Open stattfinden zu lassen. Nun beklagte sich Nadal: „Den Organisatoren geht es nur ums Geld. Sie machen sich keine Gedanken um die Gesundheit der Spieler.“ Ricci erwiderte: „Beim Davis Cup kann das Geld nicht im Vordergrund stehen. Da musst du dem Sport auch etwas zurückgeben.“

Alles andere als frisch wirkte Nadals Dauerrivale Federer im Play-off-Duell auf dem Rasen von Sydney gegen Australien. Der 16-malige Grand-Slam-Gewinner verlor das Doppel an der Seite von Stanislas Wawrinka. Die Olympiasieger mussten sich Chris Guccione und Lleyton Hewitt nach 2:27 Stunden mit 6:2, 4:6, 2:6 und 6:7 (5: 7) geschlagen geben.

Die Schweiz geriet damit gegen die „Aussies“ mit 1:2 in Rückstand und muss nun am Sonntag beide Einzel gewinnen. Hier trifft zunächst Federer auf den erst 18 Jahre alten Wimbledon-Viertelfinalisten Bernard Tomic, im abschließenden Duell treffen Wawrinka und Hewitt aufeinander.

Federer glaubt nicht mehr wirklich an die Wende. „Unsere Chancen sind sehr gering. Stanislas fühlt sich nicht wohl und ich bin überspielt“, sagte der Grand-Slam-Rekordgewinner. Im Falle einer Niederlage verbleiben die Eidgenossen ein weiteres Jahr in der Zweitklassigkeit.

Der Dritte im Bunde der großen Drei, der Serbe Novak Djokovic, trat am Wochenende gar nicht erst an. Der Weltranglistenerste und US-Open-Champion hatte auf seinen Einsatz am ersten Tag des Halbfinals zwischen Serbien und Argentinien wegen Müdigkeit und Rückenproblemen verzichtet.

SID

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