Bradl auf Kurs, kleiner Rückschlag für Cortese

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Sandro Cortese

Silverstone - Stefan Bradl kämpfte mit den Schmerzen, Sandro Cortese mit harten Bandagen: Die deutschen Motorrad-Piloten haben beim Grand Prix in Silverstone trotz aller Widrigkeiten auf ganzer Linie überzeugt.

MotoGP-Neuling Bradl belegte im „Home of British Motorsport“ den achten Platz, Cortese fuhr in der Moto3 als Dritter erneut auf das Podium. Der Berkheimer verlor zwar durch ein spätes Überholmanöver unglücklich die WM-Führung, ließ sich vom kleinen Rückschlag aber nicht entmutigen.

Schmerztabletten rein, Augen zu und durch hieß es für Bradl, der einen Tag nach seinem Sturz im dritten freien Training mit den Folgen zu kämpfen hatte. „Mir tut alles weh“, erklärte der Zahlinger schon vor Rennbeginn. Mit allzu großen Erwartungen wollte sich der 22-Jährige lieber nicht belasten. „Ich schau mal, was herauskommt. Ein Ziel setze ich mir keins.“

Auf der Strecke war beim Honda-Fahrer trotz des Handicaps von Problemen nichts zu sehen. Beim sechsten WM-Lauf in Großbritannien, wo der Moto2-Champion im vergangenen Jahr auf dem Weg zum Titel einen seiner vier Saisonsiege geholt hatte, bot Bradl wie in den vorherigen fünf Rennen den Routiniers paroli. Und der Aufsteiger punktet weiterhin konstant. Durch die acht Zähler für den achten Platz bleibt Bradl im Klassement Achter.

„Ich bin mit dem Rennen zufrieden. Der Sonntag war in Ordnung, der Samstag hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir nehmen das Positive mit“, sagte der Newcomer. Der Sieg auf der Insel ging an Jorge Lorenzo. Fünf Tage nach seiner Vertragsverlängerung bei Yamaha baute der Spanier seine Führung in der WM-Gesamtwertung vor Weltmeister Casey Stoner (Australien/Honda) auf 25 Punkte aus. Weitere 14 Zähler dahinter liegt Stoners spanischer Teamkollege Dani Pedrosa, der frühere MotoGP-Champion wurde Dritter.

Cortese musste sich hinter den Spaniern Maverick Vinales (FTR) und Luis Salom (Kalex) trotz harten Kampfes ebenfalls mit dem dritten Platz begnügen. Der 22-Jährige hat nach dem ersten Drittel der Saison mit 103 Punkten allerdings Tuchfühlung zum neuen Spitzenreiter Vinales (105).

„Ich bin ein bisschen enttäuscht. In der ersten Hälfte bin ich fast überhaupt nicht hinterher gekommen. Aber ich denke, es gibt Schlimmeres. Es sind noch viele Rennen“, sagte Cortese mit gemischten Gefühlen.

Der KTM-Pilot erwischte einen schlechten Start, kämpfte sich aber schnell zurück und gehörte zur dreiköpfigen Spitzengruppe, die am Ende den Sieg unter sich ausmachte. Erst kurz vor dem Ziel schlüpfte Salom vorbei und sorgte dafür, dass der Schwabe die Führung im WM-Klassement verlor. Vinales profitierte davon und feierte seinen dritten Saisonsieg.

Enttäuschend verlief der Tag für die übrigen deutschen Piloten. Jonas Folger (Ioda), Vorjahressieger in der durch die Moto3 abgelösten 125er-Klasse, schied bei seinem vierten Saisonstart zum dritten Mal aus. Der 18-Jährige aus Schwindegg hatte zwei Rennen wegen einer Erkrankung verpasst. Toni Finsterbusch (Krostitz/Honda) kam auf den 19. Platz, Marcel Schrötter (Vilgertshofen) musste aufgrund technischer Probleme an seiner Mahindra aus der Boxengasse starten, wurde überrundet und belegte am Ende Rang 26.

Ebenfalls unbefriedigend lief es für Max Neukirchner. Der 29-Jährige blieb in der Moto2 als 17. einmal mehr ohne Punkte. „Ich habe mein ganzes Rennen in der ersten Runde kaputt gemacht. Ich hab mal wieder einen übelsten Hals“, sagte der Stollberger. Neukirchner hatte schnell elf Plätze verloren, trotz Aufholjagd reichte es für den Kalex-Piloten nicht mehr zum Sprung unter die Top 15.

Den Sieg holte sich der Spanier Pol Espargaro vor Lokalmatador Scott Redding (beide Kalex) und seinem Landsmann Marc Marquez (Suter), der die Führung in der WM-Gesamtwertung zurückeroberte. Der Vizeweltmeister liegt mit 102 Punkten vor Espargaro und dem bisherigen Spitzenreiter Tom Lüthi (Schweiz/Suter). Beide Verfolger haben 96 Zähler auf dem Konto. Neukirchner liegt mit acht Punkten auf dem 20. Rang. 

SID/dpa

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