Contador legt Lügendetektor-Test vor

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Alberto Contador in Lausanne

Lausanne - Alberto Contador hat bei der Anhörung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS mit Hilfe eines Lügendetektor-Tests versucht zu punkten.

Angeblich stützen Erkenntnisse daraus die These des dreimaligen Tour-de-France-Gewinners. Der Radprofi behauptet, dass sein positiver Clenbuterol-Befund aus dem Jahr 2010 durch unwissentlichen Verzehr von kontaminiertem Fleisch und nicht durch bewusstes Doping zustande gekommen ist. Ebenso soll der Test nachgewiesen haben, dass er keine unerlaubte Bluttransfusion vorgenommen hatte.

Wie die spanische Sporttageszeitung AS meldet, haben zwei Experten am Dienstag am Sitz des Internationalen Olympischen Komitees IOC, wohin die mündliche Verhandlung aus logistischen Gründen verlegt wurde, ein Gutachten vorgestellt. Demnach habe sich Contador keine Bluttransfusion zugeführt. Der Spanier behauptet, er sei am 3. Mai 2011 freiwillig in Kalifornien bei Spezialist Louis Rovner gewesen, um den Test vorzunehmen, der laut Rovner eine Genauigkeit „von 96 Prozent“ habe. Rovner habe das Ergebnis dem Kriminalpsychologen John Palmatier an die Universität Florida geschickt, der das Resultat bestätigt habe.

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Contadors Verteidigung habe diese Bestätigung vor dem CAS per Video vorgeführt. Rovner sei am Dienstag persönlich in Lausanne gewesen, um die Methoden und Schlussfolgerungen zu erklären, Palmatier sei per Videokonferenz zugeschaltet worden. Contadors Anwälte hätten laut der Zeitung diesen Verhandlungstag als den wichtigsten der Anhörung beschrieben.

Der Argumentation der Contador-Seite entgegen stehen die im Urin des 28-Jährigen gefundenen Spuren von sogenannten Plasticizern. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der Radsportweltverband UCI sehen durch diese Kunststoff-Rückstände ihre Theorie der unerlaubten Bluttransfusion gestützt. Bei einer Kontrolle am 20. Juli 2010 sei das Niveau der Plasticizer laut der Tageszeitung El Pais auf 478 Nanogramm angestiegen. Am 21. Juli, als der positive Clenbuterol-Befund festgestellt wurde, sei der Wert dann auf 52 Nanogramm zurückgegangen. Zudem habe WADA-Experte Michael Ashenden gewisse Auffälligkeiten im biologischen Pass entdeckt. Diese sollen auf eine Manipulation hindeuten.

Auch die Wahrscheinlichkeit des kontaminierten Steaks wurde am Dienstag erörtert. Experte Javier Martin Pliego habe ausgesagt, dass in Spanien die Chance, ein verunreinigtes Stück Fleisch zu verzehren, bei 1:20.000 läge. Laut der vom Contador-Lager beauftragten Biostatistikerin Sheila Bird werde allerdings nur ein Prozent der Rinder in Spanien überhaupt kontrolliert.

Am Mittwochnachmittag sagte Contador nun selbst aus. Bei einem Freispruch für Contador droht die Einordnung von Clenbuterol als Dopingmittel weiter infrage gestellt zu werden. Wird der Spanier schuldig gesprochen, droht ihm die Aberkennung seines Tour-Titels 2010 sowie des Sieges beim Giro d'Italia 2011. Ein Urteil des CAS wird aber erst im Januar 2012 erwartet.

sid

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