Claudia Pechstein: Mit Aggressionen aufs Eis

+
Claudia Pechstein.

Köln - Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein sieht ihr Comeback in die Weltspitze als Resultat ihrer Wut über ihre zweijährige Sperre.

 „Ich denke an die Funktionäre, die mir die Sperre aufgebrummt haben - und diese Aggression, die ich dann empfinde, versuche ich aufs Eis zu bringen“, sagte die 39-Jährige im Gespräch mit der Illustrierten Bunte: „Diese Leute haben mein Leben zerstört, denen will ich es zeigen. Wenn ich Leistung bringe, tut das denen am meisten weh.“

Doping: Die dümmsten Ausreden

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Pechstein war 2009 wegen erhöhter Blutwerte anhand des indirekten Dopingnachweises vom Weltverband ISU für zwei Jahre gesperrt worden. Nach ihrem Comeback hatte sie unter anderem Anfang Januar 2012 bei der Mehrkampf-EM in Budapest die Silbermedaille gewonnen. Mittlerweile vertreten viele Experten Pechsteins Ansicht, dass es sich bei ihren Werten um eine vom Vater vererbte Blutanomalie handelt. Dennoch sieht sie ihren Ruf unwiderruflich beschädigt: „Ich habe den Dopingstempel auf der Stirn, den krieg ich niemals komplett los.“

Wie lange die fast 40-Jährige noch weitermachen will, ließ die Berlinerin bewusst offen. Dass sie bei den Winterspielen 2014 in Sotschi ihre zehnte Olympiamedaille gewinnen will, ist bekannt: „Vielleicht trete ich ja dann 2018 noch mal bei Olympia an. So lange ich noch schneller übers Eis flitze als die meisten Jüngeren, ist doch alles schick.“

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare