Theiss verliert vorletzten Kampf - und WM-Gürtel

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Christine Theiss hat den vorletzten Kampf ihrer Karriere verloren und damit auch den WM-Gürtel

München - Kickboxerin Christine Theiss hat im vorletzten Kampf ihrer erfolgreichen Karriere die erste Niederlage kassiert und den WM-Gürtel verloren.

Christine Theiss musste sich nach dem schweren Schlag erst einmal neu sortieren. „Ein paar Stunden sind vergangen, und ich kann wieder klar denken“, schrieb die entthronte Kickbox-Weltmeisterin am Tag nach dem bittersten Moment ihrer Karriere bei Facebook. Kurz zuvor hatte sie sich die Aufzeichnung vom Kampf gegen die Russin Olga Stawrowa angeschaut, mit etwas Abstand konnte die 33-Jährige schon besser mit ihrer ersten Niederlage umgehen.

„Verzeiht mir manch komischen Satz in den Interviews nach dem Kampf“, schrieb Theiss ihren Fans. „Nicht ganz zurechnungsfähig“ sei sie im Münchner Circus Krone am Mikrofon gewesen. Grund dafür war ein schwerer Treffer in der fünften Runde, mit dem Stawrowa die promovierte Ärztin auf die Matte geschickt hatte. Theiss ging beinahe K.o. Der Unterlegenen blieb nichts anderes übrig, als das Urteil nach Punkten zu akzeptieren: „Glückwunsch an meine Gegnerin, sie hat verdient gewonnen.“

22 WM-Kämpfe hatte Theiss zuvor bestritten und alle gewonnen, die Hälfte davon vorzeitig. Doch die Pflichtverteidigung gegen die Nummer eins des WKU-Verbandes ging schief. Ausgerechnet bei der Rückkehr in den Ring, knapp sieben Wochen nach ihrer Rücktrittsankündigung zog Frau Dr. Theiss den Kürzeren.

So soll die erfolgreiche Laufbahn der hübschen Blondine natürlich nicht zu Ende gehen, direkt nach dem persönlichen Tiefschlag forderte die Kardiologin eine Revanche. „Jetzt ist klar, gegen wen ich im Dezember kämpfen werde. Ich werde auf keinen Fall mit einer Niederlage abtreten“, sagte Theiss bei Sat.1. Auf der Stirn hatte sie einen tiefen Cut.

Eine kleine Unaufmerksamkeit verhinderte die Fortsetzung ihrer Erfolgsserie, von der harten Linken erholte sich die gebürtige Thüringerin nicht mehr. „Der Niederschlag hat mir schwer zu schaffen gemacht“, sagte Theiss: „Ich habe alles gegeben, und es hat nicht gereicht. Das ist Sport, und ich werde meine Lehren daraus ziehen.“

Die langjährige Weltmeisterin wird in den Ring zurückkehren. Um jeden Preis will Theiss ihren WM-Gürtel wiederhaben, um direkt danach erhobenen Hauptes abtreten zu können. Denn der Abschied der Wahl-Münchnerin, die sich als Schauspielerin und TV-Moderatorin längst ein zweites Standbein geschaffen hat, ist beschlossene Sache.

Theiss will ein Kind bekommen, und das lässt sich mit dem Sport nicht vereinbaren. „Nach einer Schwangerschaft ist es auf diesem Niveau nicht mehr möglich, in den Ring zurückzukommen“, hatte sie im April erklärt und dabei angekündigt: „Ende des Jahres ist Schluss.“

Mit der Niederlage hat sich Theiss, die 2006 ins Profilager gewechselt war, auf der Zielgeraden ihrer erfolgreichen Laufbahn selbst unter Druck gesetzt. Ihr letzter Kampf wird ihr wichtigster.

SID

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