Russischer Präsident voll dabei

Bronze! Peters jubelt, Putin klatscht

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Dimitri Peters mit seiner Bronze-Medaille

London - Vor den Augen des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat Judoka Dimitri Peters Bronze für Deutschland geholt. Sogar der mächtige Politiker applaudiert. Wenig später jubelt er richtig.

Dimitri Peters sprang vor Freude hoch in die Luft und schrie seine Freude hinaus - auf der Ehrentribüne klatschte sogar Wladimir Putin anerkennend Beifall: Vor den Augen des mächtigen russischen Präsidenten hat der 28-Jährige aus dem niedersächsischen Rotenburg nach einem eindrucksvollen Kraftakt die Bronzemedaille gewonnen und den deutschen Judoka in London das dritte olympische Edelmetall beschert.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

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„Ich bin wahnsinnig glücklich, ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Meine ersten Olympischen Spiele und dann gleich eine Medaille - das ist unglaublich“, sagte der 100-Kilo-Koloss und schüttelte immer wieder den Kopf.

Auch wenn er den Siegeszug von Weltmeister Tagir Chaibulajew im Halbfinale nicht hatte stoppen können - nach dem Sieg im kleinen Finale gegen den Usbeken Ramsiddin Sajidow durch Waza-ari mit abschließendem Haltegriff kannte der Jubel bei „Dima“ keine Grenzen mehr. „Dima ist so hart gegen sich selbst, das ist so geil, gegen diesen Bullen so durchzuziehen“, sagte Verbandboss Peter Frese begeistert.

Und beinahe wäre der Triumph noch größer gewesen. Ausgerechnet Peters, der gebürtige Russe, mit acht Jahren aus Sibirien nach Niedersachsen gekommen, hätte dem obersten Russen um ein Haar den Staatsbesuch vermasselt. Doch Chaibulajew war in der Vorschlussrunde zu stark, gewann durch Kampfrichterentscheid, und Putin durfte wohlwollend zur Kenntnis nehmen, dass sein Vorzeigekämpfer vom kaukasischen Volk der Awaren ins Finale marschierte und dort Naidan Tuvshinbayar (Mongolei) keine Chance ließ. Zur Belohnung umarmte der Staatschef seinen Goldjungen herzlich und gab ihm sogar Küsschen.

Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen hatte Putin gemeinsam mit dem britischen Premier David Cameron fünf Meter vom Mattenrand entfernt die Finals verfolgt. Für Putin, Träger des Schwarzen Gürtels und Ehrenpräsident des Weltverbandes IJF, hatten die Organisatoren aus dem Londoner ExCel einen Hochsicherheits-Trakt gemacht. Dutzende Sicherheitskräfte sorgten für eine merkwürdig gedrückte Atmosphäre.

Peters, der stoische, unaufgeregte Kraftprotz, ließ sich davon nicht beeindrucken. Er war so konzentriert, dass er den Staatsgast auf der Tribüne „gar nicht bemerkt“ habe, sagte er.

„So ruhig Dima privat ist, so gnadenlos ist er auf der Matte“, hatte Heimcoach Sven Loll gesagt, der zwei Tage vor dem Kampf eingeflogen war, um letzte Anweisungen zu geben. Auch wenn statt Loll Bundestrainer Ultsch an der Matte das Kommando hatte, war somit zumindest ein Vertrauter in Blickweite.

Seine Frau Marina, den sechsjährigen Sohn Steven und die zweijährige Tochter Emily hatte Peters schweren Herzens in der niedersächsischen Heimat gelassen. „Auch wenn sie nicht da waren, ich habe vor jedem Kampf an sie gedacht. Sie waren eine große Stütze“, sagte Peters.

Dementsprechend fokussiert und unaufgeregt nahm der passionierte Angler seine Gegner an den Haken. In Runde eins war es um den Israeli Ariel Zeevi nach 43 Sekunden geschehen, auch den Letten Jevgenijs Borodavko und Mitfavorit Henk Grol aus den Niederlanden beherrschte Peters.

Mit der Medaille lieferte Peters eindrucksvoll den Beweis, dass er doch mehr ist als ein ewiges Talent. Früh war er in die erweiterte Weltklasse durchgestartet, holte mit 22 bereits EM-Bronze. Danach stagnierte er aber, zu oft stand er sich mit fehlender Nervenstärke selbst im Weg. Bei Olympia 2008 war er nur Ersatzmann. Aber in London startete er durch.

sid

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