Bredemeier wird 60! Vom Postler zum Präsidenten

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Horst „Hotti“ Bredemeier wird 60

Hamburg - Vom Briefträger zum DHB-Vizepräsidenten: Horst „Hotti“ Bredemeier hat eine steile Karriere hingelegt. Am Samstag wird Bredemeier 60.

Schon als der junge „Hotti“ in den späten Sechzigern mit seinem Fahrrad durch die ostwestfälische Provinz tingelt und Briefe austrägt, hat er eigentlich nur Handball im Kopf. Postbote Horst Bredemeier träumt zwar von einer Karriere im Profisport. Doch dass er nur wenige Jahre später als jüngster Vereinstrainer aller Zeiten DHB-Pokalsieger wird, den Europapokal gewinnt und später sogar den Posten des Bundestrainers bekleiden würde, übertraf selbst seine kühnsten Erwartungen. Am Samstag hat Bredemeier, inzwischen Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), einen weiteren Grund zum Feiern: Er wird 60.

Heiner Brand , Martin Heuberger, Volker Zerbe und Uwe Schwenker - die Liste der weit mehr als 100 Gäste, die am Samstag zur großen Geburtstagssause ins Berghotel nach Porta Westfalica pilgern, ist ebenso lang wie prominent. Es sind Weggefährten aus alten Zeiten, mit denen Bredemeier auf seine Karriere zurückblickt. „Ich durfte ganz viele schöne Momente erleben und stand stets vor großen Herausforderungen“, sagt Bredemeier im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Der erste Erfolg gilt bis heute einer der größten. Als Bredemeier im Jahr 1979 mit gerade einmal 27 Jahren mit seinem Heimatverein Grün-Weiß Dankersen in die Bundesliga aufstiegen war, gewann er auf Anhieb den DHB-Pokal. Es war der Durchbruch für den ehrgeizigen Mindener.

Handball blieb fortan nicht nur bloße Leidenschaft, sondern wurde zur Berufung. Drei Vereine hatte er in die Bundesliga geführt und war mit TuRu Düsseldorf im Jahr 1989 Europapokalsieger geworden, ehe er den Job des Bundestrainers für drei Jahre übernahm.

Bis heute führte der Weg Bredemeiers stets nach oben. Als „Mann mit Macht“, wie er vom Fachmagazin „Handballwoche“ beschrieben wird, sieht er sich aber nicht. „Ich wollte nie ein Machtmensch sein. Macht taucht in meinem Vokabular nicht auf“, sagt Bredemeier, inzwischen Vize-Präsident des größten Handballverbandes der Welt. Er bezeichnet sich lieber als „bodenständig“.

Der Prototyp eines Funktionärs ist Bredemeier tatsächlich nicht. Seine flotten Sprüche, die unverkennbare Reibeisen-Stimme und seine kumpelhafte Art sind in der Handball-Welt längst zur Marke geworden. „Ich vertrete gerne ungewöhliche Meinungen, habe aber auch mit Mehrheiten nie Probleme gehabt“, so Bredemeier.

Es gab aber auch „Nackenschläge“ in seiner über 40-jährigen Karriere. Mit der wiedervereinigten DHB-Auswahl reichte es bei den Olympischen Spielen 1992 nur zu einem enttäuschenden zehnten Platz - es war das Ende seiner Laufbahn als Bundestrainer.

Inzwischen ist Bredemeier zurück - seit 1997 als Manager bei seiner alten Liebe, GWD Minden, und ab 2002 parallel auch als Vize-Präsident beim DHB. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht. „Zurzeit habe ich pure Freude an der Arbeit“, sagt er. Und obwohl er seinen Abschied in Minden bereits für 2014 angekündigt hat, will er eine vierte Amtszeit beim Verband nicht ausschließen. „Noch gehöre ich nicht zum alten Eisen“, sagt Bredemeier, „und ich denke, dass ich den Handballsport über die Jahre hinweg immer ganz gut verkauft habe“.

sid

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