Bradl als Fünfter so gut wie noch nie

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In Le Mans schaffte Stefan Bradl sein bislang bestes Ergebnis in der Königsklasse der Moto-Klasse.

Le Mans - Die deutschen Motorradfahrer trumpfen aus: Stefan Bradl in der Königsklasse so gut wie noch nie, Kumpel Sandro Cortese ist weiter Führender in der Moto3-Klasse.

Stefan Bradl in der Königsklasse so gut wie noch nie, Kumpel Sandro Cortese weiter Führender in der Moto3-Klasse - die deutschen Motorrad-Piloten haben auch am Sonntag beim Großen Preis von Frankreich für Furore gesorgt. Abgerundet wurde das starke Ergebnis durch Max Neukirchner, der in der Moto2 erstmals in die Top 10 fuhr. MotoGP-Neuling Bradl ließ dem starken siebten Platz vor zwei Wochen in Portugal in Le Mans Rang fünf folgen. Der 22 Jahre alte Moto2-Champion aus Zahling steuerte seine LCR-Honda damit zum vierten Mal in die Top 10.

Der Spanier Jorge Lorenzo (Yamaha), GP-Champion von 2010, fuhr zu seinem zweiten Saisonsieg und übernahm damit auch die Führung in der Gesamtwertung von Titelverteidiger Casey Stoner (90:82). Der Honda-Pilot aus Australien, der am Donnerstag seinen Rücktritt zum Saisonende verkündet hatte, musste sich als Dritter dem wiedererstarkten Superstar Valentino Rossi (Italien) geschlagen geben, der mit Rang zwei sein bestes Ergebnis seit dem Wechsel zu Ducati Anfang 2011 holte.

Besondere Motivation hatte der zuletzt kritisierte Rossi vor dem Rennen durch einen Besuch von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher erhalten, der auch bei Bradl vorbeischaute. „Ich drücke Stefan Bradl natürlich die Daumen und finde es klasse, wie er das in der ganzen Zeit gemacht hat“, sagte Schumacher: „Erst der Aufstieg und wie er das jetzt auch in der MotoGP umsetzt - alle Achtung.“ In der Gesamtwertung liegt Bradl mit nun 35 Punkten auf Rang sieben.

Cortese hatte in der Moto3 ein echtes Sturz-Festival lange Zeit unbeschadet überstanden. Clever fuhr der 22-Jährige auf Rang zwei vor - bis es auch ihn zu Boden riss und er mit Rang sechs zufrieden sein musste. „Ich bin sauer weil ich wegen des Regens extreme Probleme mit der Sicht hatte. Ich musste das gesamte Rennen nach Gefühl fahren, dann passiert sowas“, sagte Cortese.

Damit baute er seinen Vorsprung vor dem Spanier Maverick Vinales (FTR) dennoch auf 12 Zähler aus (67:55). „Ich bin bei den schwierigen Bedingungen lange sehr ruhig gefahren und kann auch auf die zehn Punkte stolz sein“, sagte Cortese. In einem turbulenten Rennen, in dem nur 15 der 30 gestarteten Fahrer die Zielflagge sahen, sicherte sich der Franzose Louis Rossi (FTR) den Sieg.

Jonas Folger aus Schwindegg (Ioda), der die beiden vergangenen Rennen wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers verpasst hatte, kam auf Rang elf ins Ziel. Marcel Schrötter aus Vilgertshofen (Mahindra) belegte den 12. Platz, Wildcard-Starter Kevin Hanus (Nürnberg/Honda) holte Rang 13.

Neukirchner fuhr in der Moto2 trotz eines Verletzungs-Handicaps nach starker Aufholjagd auf Rang acht und holte damit erstmals in der Saison WM-Punkte. Der 29-Jährige aus Stollberg, Nachfolger von Weltmeister Stefan Bradl beim Kiefer-Team, war auf nasser Strecke vom 27. Startplatz ins Rennen gegangen.

„Es war extrem rutschig und man musste von Runde zu Runde fühlen wo das Limit lag“, sagte Neukirchner nach dem Rennen: „Zu Beginn war ich noch etwas vorsichtiger, habe dann aber meine Base gefunden. Ich bin überglücklich.“ Wegen eines mehrfachen Bruches des Handwurzelknochens musste Neukirchner mit einer Mannschette an den Start gehen.

Der Schweizer Tom Lüthi (Suter) sicherte sich nach zwei dritten Plätzen in Spanien und Portugal seinen ersten Saisonsieg vor dem Italiener Claudio Corti (Kalex) und dem Briten Scott Redding (Kalex). Der Spanier Pol Espargaro (Kalex) kam auf Platz sechs und zog in der Gesamtwertung mit 71 Punkten an Vize-Weltmeister Marc Marquez (Spanien/Suter/70) vorbei, der nach einem Sturz vorzeitig ausgeschieden war.

sid

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