Box-Champion Frazier mit Leberkrebs im Hospiz

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Der frühere Box-Champion Joe Frazier (links) beim legendären Kampf gegen Muhammad Ali

New York - Der frühere Box-Champion Joe Frazier ist an Leberkrebs erkrankt und ringt mit dem Tod. Er war der Erste, der Box-Legende Muhammad Ali in einem WM-Kampf besiegt hatte. Seit wann er von der Krankheit weiß:

Das bestätigte Leslie Wolff, Manager des ehemaligen Weltmeisters im Schwergewicht, dem US-TV-Sender CNN. Frazier sei derzeit in einem Hospiz in Philadelphia untergebracht, seine Krankheit sei erst vor rund einem Monat entdeckt worden.

„Ein Ärzteteam kümmert sich um ihn und prüft seine Optionen“, sagte Wolff, und schob nach: „Es sind wenige. Wir können nur auf ein Wunder hoffen und die Daumen drücken.“

Die Boulevard-Zeitung New York Post hatte am Samstag von der Erkrankung berichtet und eine anonyme Person aus dem „engsten Umfeld“ des 67-Jährigen zitiert: „Es ist sehr ernst. Sie geben ihm nur wenig Zeit. Er braucht so viele Menschen wie möglich, die nun für ihn beten.“ Sehr wahrscheinlich stammen diese Aussagen ebenfalls von Wolff. Der Starpromoter Don King erklärte: „Ich bete für Joe. Er ist immer noch ein Riese.“

Frazier bezwang Muhammad Ali als Erster in einem WM-Kampf

„Smokin' Joe“ Frazier, der Mann mit dem krachenden linken Haken, ist vor allem durch seine Rivalität mit der Box-Legende Muhammad Ali bekannt. Dreimal trafen sich die Giganten im Ring, 1971 fügte Frazier Ali im New Yorker Madison Square Garden die erste Niederlage in einem WM-Kampf zu und krönte sich damit zum Weltmeister. Es folgten zwei Niederlagen für Frazier, 1974 in New York und am 1. Oktober 1975 im legendären „Thrilla in Manila“, bei dem sein Trainer nach 14 brutalen Runden das Handtuch warf.

Ali, erbitterter Gegner des Vietnamkriegs und ein Idol der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, warf Frazier immer wieder vor, ein Boxer für das weiße Establishment zu sein. Frazier verweigerte es im Gegenzug, Ali bei dessen neuem Namen zu nennen, und sprach weiter von Cassius Clay. Diesen Namen hatte Ali bei seinem Eintritt in die „Nation of Islam“ abgelegt.

Frazier beendete seine aktive Karriere 1981 nach einem gescheiterten Comeback. Zuvor war er von George Foreman in einem Kampf gleich sechsmal niedergeschlagen worden.

SID

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