Tennis-Überraschung

Becker wird Djokovic-Trainer - Stich stichelt

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Boris Becker (l.) trainiert künftig den Tennis-Star Novak Djokovic.

Monaco - Das ist eine faustdicke Überraschung: Tennis-Legende Boris Becker  wird völlig überraschend neuer Trainer von Topspieler Novak Djokovic. Michael Stich wundert sich.

Der rote Baron ist zurück auf der großen Tennis-Bühne: Boris Becker wird überraschend Cheftrainer des Weltranglistenzweiten Novak Djokovic. Der dreimalige Wimbledonsieger aus Leimen, der 1999 als Spieler zurückgetretenen war, hatte in der Vergangenheit vor allem als Kommentator, Pokerspieler und TV-Star von sich reden gemacht. Der sechsmalige Grand-Slam-Gewinner Djokovic bezeichnete Becker „als wahre Legende“ und erhofft sich von diesem die entscheidenden Impulse im Kampf um den Tennis-Thron mit dem Spanier Rafael Nadal.

„Ich bin stolz, dass Novak mich eingeladen hat, sein Trainer zu werden. Ich werde mein Bestes geben, damit er seine Ziele erreicht. Ich bin sicher, wir können zusammen große Dinge erreichen“, wird der 46 Jahre alte Becker zitiert.

Becker wird das Trainerteam um Marian Vajda als Head Coach anführen, Vajda bleibt aber auch im achten Jahr an der Seite von Djokovic - als zweiter Trainer, wie das Management dem SID bestätigte.

„Ich freue mich sehr über die Gelegenheit, mit Boris zu arbeiten. Er ist eine wahre Legende, jemand mit viel Tennis-Wissen. Mit seiner Erfahrung wird er mir helfen, neue Trophäen bei den Grand Slams und anderen Turnieren zu gewinnen“, so Djokovic, der am Mittwoch vom Weltverband neben Serena Williams zum „Wiorld Champion 2013“ gekürt wurde.

Beckers großer deutscher Rivale Michael Stich zeigte sich wie der Rest der Tennis-Welt überrascht von dem Coup. „Oha! Toi toi toi! Das ist eine interessante Konstellation. Ich hatte keinen Schimmer davon“, sagte Stich dem SID und stichelt: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er künftig 30 Wochen im Jahr unterwegs ist. Aber Novak wird sich dabei etwas gedacht haben.“

Beckers einzige Erfahrung im Bereich Coaching stammt aus den 90er Jahren. Zwischen 1997 und 1999 war er Teamchef des deutschen Davis-Cup-Teams. Laut Djokovic bringt Becker „neue, frische Impulse“ und werde zusammen mit Vajda eine siegbringende Kombination darstellen. Der Serbe will sich vor allem auf die Grand Slams und die Turniere der Masters Serie konzentrieren, wo er „in bester Form“ sein will.

Entsprechend wird Becker neben den Australian Open, den French Open, Wimbledon und den US Open auch bei den Turnieren in Dubai, Miami, Monte Carlo, Rom, Cincinnati, Shanghai, Paris und London zusammen mit Djokovic arbeiten.

Nach der Verpflichtung von Becker durch Djokovic sind in der kommenden Saison drei Idole von einst wieder mehr oder weniger regelmäßig auf der Tour vertreten. Beckers alter Rivale Ivan Lendl (53) ist seit 2011 für Andy Muray als Headcoach verantwortlich und führte den Schotten zum Sieg bei Olympia in London, den US Open 2012 und in Wimbledon 2013.

Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer aus der Schweiz setzt verstärkt auf die Dienste des zweimaligen Wimbledon-Champions Stefan Edberg (47). „Gerade eine Woche mit Stefan Edberg trainiert“, twitterte Federer am Sonntag: „Es war großartig, Zeit mit einem Helden meiner Kindheit zu verbringen.“

Der Weltranglistenerste Rafael Nadal, vierter Spieler im Bunde der „Big 4“, baut dagegen weiterhin auf seinen Onkel Toni als Coach.

sid

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