Bolt im Halbfinale - Deutsche nur teilweise erfolgreich

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Usain Bolt ist wieder da!

Daegu - Die Bolt-Mania geht weiter - ein Fehlstart kann den schnellsten Mann der Welt nicht stoppen. Jetzt steht er im Halbfinale. Die Deutschen waren diesmal nicht in allen Disziplinen erfolgreich.

Usain Bolt ist wieder da! Ohne Fehl(-start) und Tadel ist der schnellste Mann der Welt auf seiner Lieblingsstrecke ins Halbfinale spaziert und hat Millionen Fans ein wenig versöhnt. Fünf Tage nach dem unfassbaren Blackout im Kurzsprint gewann der Superstar am Freitag bei der Leichtathletik-WM in Daegu seinen 200-Meter-Vorlauf leicht und locker in 20,30 Sekunden. Keiner seiner 52 Mitläufer war schneller. Auch das Halbfinale dürfte für den 25 Jahre alten Jamaikaner nur eine Pflichtnummer sein - am Samstag greift Bolt nach Gold.

“Der hat nach dem Start etwas Gas gegeben, aber hinten raus nur noch gechillt. Er ist der Superstar“, sagte Wattenscheider Sebastian Ernst über Bolt. Mit der Bolt-Zeit wäre der beste Deutsche überglücklich gewesen - sie liegt 6/100 Sekunden unter seiner persönlichen Bestmarke von 20,36. “Das ist bitter, denn die Form war da“, meinte der 26 Jahre alte Bundespolizist. “Dass hier nur die drittschlechteste Zeit der ganzen Saison rauskam, ist für mich unerklärlich.“ Am Sonntag will er mit der 4 x 100-Meter-Staffel noch mal alles geben. Ernst: “Aber jetzt lege ich mich erst mal auf die Couch.“

Weltrekordlerin Heidler locker ins Finale

Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler hat sich in Daegu locker für das Finale qualifiziert. Die 27-Jährige aus Frankfurt schleuderte das Gerät gleich im ersten Versuch auf 71,48 Meter und überbot damit die geforderten 71 Meter. Heidlers Frankfurter Teamgefährtin Kathrin Klaas benötigte alle drei Versuche, kam aber schließlich auf 71,69 Meter. Damit landete das deutsche Duo auf den Plätzen fünf und sechs. Am weitesten kam die Chinesin Zhang Wenxiu mit 74,17 Metern. Heidlers Weltrekord steht seit Mai bei 79,42 Metern.

Roleder im 100-m-Hürden-Halbfinale

Cindy Roleder steht am Samstag im Halbfinale über 100 m Hürden. Die Leipzigerin wurde zum Auftakt des siebten Tages in respektablen 13,01 Sekunden zwar nur Fünfte ihres Vorlaufs, doch sie kam als Zeitschnellste in die Vorschlussrunde. Die australische Favoritin Sally Pearson verfehlte in ihrem Vorlauf die eigene Jahresweltbestzeit in 12,53 nur um 0,05 Sekunden.

Frauenstaffel verpasst Finale über 4x400 Meter

Die deutsche Frauenstaffel hat über 4x400 Meter deutlich den Finaleinzug verpasst. Das Quartett in der Besetzung Janin Lindenberg (Magdeburg), Esther Cremer (Wattenscheid), Lena Schmidt (Hilden) und Claudia Hoffmann (Potsdam) belegte in 3:27,31 Minuten nur den vierten Vorlaufplatz und konnte sich auch nicht über die Zeitregelung für den Endlauf qualifizieren.

Spank nach Hochsprung-Pleite krank im Bett

Keine Medaille, dafür aber einen Infekt wird Hochspringer Raul Spank von der Leichtathletik-WM mit nach Hause bringen. Einen Tag nach dem enttäuschenden neunten Platz im Finale lag der WM-Dritte von Berlin 2009 krank im Bett. „Ich habe vor und nach der Qualifikation Kopfschmerzen gehabt, möglicherweise hat da schon ein kleiner Infekt in mir gesteckt“, sagte Spank, der am Abend zuvor bittere Tränen vergossen hatte: „Ich bin enttäuscht. Ich hatte keine technisch guten Sprünge und konnte keinen muskulären Punch entwickeln.“

SID/dapd/dpa

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