Bob-WM: Arndt gewinnt Bronze, Kollegin Silber

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Maximilian Arndt (rechts) und Kevin Kuske freuen sich über ihre Medaille

Lake Placid - Shootingstar Maximilian Arndt hat in Lake Placid die erste WM-Medaille seiner Karriere gewonnen. Eine Kollegin holte Silber, während Manuel Machata durchgehend enttäuschte.

Maximilian Arndt klatschte seine „Startrakete“ Kevin Kuske ab und bekam sein Dauergrinsen nicht mehr aus dem Gesicht: Der Shootingstar der Saison hat in seinem ersten Zweier-Rennen bei Weltmeisterschaften auf Anhieb die erste WM-Medaille seiner Karriere gewonnen. Der 24-Jährige aus Oberhof sicherte sich auf der anspruchsvollen Bahn in Lake Placid mit Top-Anschieber Kuske (Potsdam) dank vier konstanter Läufe Bronze. Der Vierer-Europameister hatte am Ende 0, 55 Sekunden Rückstand auf den neuen Weltmeister Steven Holcomb aus den USA. Silber ging an den Kanadier Lyndon Rush (+0,46).

„Wir haben im letzten Lauf nochmal voll angegriffen und alles reingelegt. Es war eine geile Veranstaltung“, sagte Arndt, für den der richtige Mann gewonnen hatte: „Steven hat geile Läufe runtergebracht.“

Francesco Friedrich mit sensationellem 2. Renntag

Arndts großer Mentor Andre Lange, der am Fernseher mitfieberte, war aber auch über Bronze „mächtig stolz“. „Dass Max bei seinem ersten WM-Zweierrennen gleich eine Medaille mit nach Hause bringt, ist eine Riesengeschichte. Da werden viele Leute in Oberhof bis über beiden Ohren grinsen“, sagte der viermalige Olympiasieger dem SID.

Lange berät Arndt seit Jahren, er hält ihn für den talentiertesten deutschen Piloten. Eine Glückwunsch-SMS wollte der überragende Fahrer der vergangenen Jahre aber nicht an Arndts Handy schicken: „Ich sehe ihn ja am nächsten Wochenende beim Vierer, dann werde ich ihn in die Arme schließen.“

Beglückwünschen kann Lange dann auch den Nachwuchs-Piloten Francesco Friedrich. Der Junioren-Weltmeister erwischte einen sensationellen zweiten Renntag. Der 21-Jährige aus Oberbärenburg schob sich auf einen starken vierten Platz vor und lag am Ende nur 0,07 Sekunden hinter Arndt.

Manuel Machata enttäuschte mit indiskutablen Startzeiten

Vierer-Weltmeister Manuel Machata (Potsdam) enttäuschte dagegen mit durchweg indiskutablen Startzeiten und kam mit Anschieber Andreas Bredau nicht über Rang sieben (+1,40) hinaus. „Er war am Start von der Spitze zu weit weg, da muss mehr kommen“, kritisierte Thomas Schwab, Sportdirektor beim Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD).

Der Grund für die schwachen Startzeiten könnte in der Vorbereitung im Sommer zurückliegen, in der es Machata nach seiner sensationellen Premierensaison etwas schleifen ließ, wie er selbst zugegeben hatte.

Für den Mitfavoriten Alexander Subkow war die Mission Titelverteidigung bereits nach dem ersten Lauf am Samstag beendet. Der Russe wurde wegen Untergewichts seines Schlittens disqualifiziert.

Sandra Kiriasis holte Silber

Neben Arndt hatte auch Sandra Kiriasis Grund zum Jubeln. Die 37-Jährige aus Winterberg musste sich mit Anschieberin Petra Lammert (Neubrandenburg) als Zweite (+0,33 Sekunden) lediglich der kanadischen Olympiasiegerin Kaillie Humphries geschlagen geben. Silber war für die in diesem Winter sieglose Kiriasis ein versöhnlicher Saisonabschluss: „Ich bin total happy.“

Humphries sorgte für den ersten WM-Titel einer kanadischen Bobfahrerin. Rang drei (+1,00) ging an die Lokalmatadorin Elena Meyers aus den USA. Titelverteidigerin Cathleen Martini (Oberbärenburg) wurde am Ende Vierte (+1,25). Die Winterbergerin Anja Schneiderheinze belegte den achten Rang (+2,30).

Am kommenden Samstag und Sonntag greifen die BSD-Athleten in der Königsdisziplin Vierer nach einer Medaille. Auch hier dürfte Arndt die größten Chancen auf Edelmetall haben. Schon vor der WM hatte der Pilot forsch angekündigt: „Die schnellen und harten Bahnen liegen mir. Ich will hier um den Sieg mitfahren.“

SID

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