Bob: Kiriasis gewinnt WM-Bronze

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Sandra Kiriasis (Archivfoto)

St. Moritz - Rekordweltmeisterin Sandra Kiriasis (Winterberg) hat zum Auftakt der Bob-WM Bronze gewonnen. Kaillie Humphries holte den Titel.

Nach ihrer Bronze-Fahrt gönnte sich Sandra Kiriasis einen großen Schluck aus der Sektflasche. Zwar hatte die Rekordweltmeisterin mit Anschieberin Franziska Bertels bei der Bob-WM in St. Moritz keine Chance auf Gold und nur um Haaresbreite Silber verpasst, dennoch war ihr zum Feiern zumute. „Scheiß“ drauf! Hauptsache eine Medaille„, sagte eine gut gelaunte Kiriasis: `Silber hatte ich schon so oft, Bronze dagegen noch nie.“

Im vierten und letzten Lauf wurde die 38-Jährige von der US-Amerikanerin Elana Meyers noch um 0,02 Sekunden auf den dritten Rang verdrängt. Überlegene Weltmeisterin wurde auf der traditionsreichen Natureisbahn die Kanadierin Kaillie Humphries, die ihren Titel aus dem Vorjahr mit einem Vorsprung von 0,68 Sekunden erfolgreich verteidigte.

Am Sonntag winkt dem deutschen Bobteam aber Gold. Shootingstar Francesco Friedrich und Anschieber Jannis Bäcker fuhren im Zweier-Wettbewerb der Männer in einer anderen Liga und führen zur Halbzeit überlegen mit 0,35 Sekunden vor den Schweizer Lokalmatadoren Beat Hefti/Thomas Lamparter. Allerdings trübte die schwere Verletzung von Top-Anschieber Kevin Kuske (Potsdam) die Stimmung. Der viermalige Olympiasieger zog sich einen Muskelfaserriss im Sitzbein zu und fällt für den Rest der WM aus.

Dass Kiriasis bei ihrem wohl letzten WM-Rennen noch in die Medaillenränge fuhr, hatte sie nach dem schwachen ersten Wettkampftag mit Platz fünf selbst nicht mehr für möglich gehalten. „Das sah ziemlich aussichtslos aus“, sagte die dreimalige Weltmeisterin und erklärte: „Ich hatte mich im Material vergriffen. Man lernt halt nie aus.“

Cathleen Martini (Oberbärenburg) verpasste dagegen wie schon im Vorjahr als Vierte nur knapp eine Medaille. „Leider haben die anderen weniger Fehler gemacht“, sagte die EM-Dritte ehrlich. Die zur Halbzeit noch auf Platz zwei liegende Anja Schneiderheinze (Erfurt) wurde nach einem verpatzten dritten Lauf Fünfte. Junioren-Weltmeisterin Miriam Wagner (Riesa) belegte bei ihrer WM-Premiere einen guten siebten Rang.

Der zurückhaltene Friedrich blieb derweil seinem Naturell treu und machte um seine beeindruckende Leistung kein großes Aufheben. „Es hat alles gepasst, aber jetzt wollen wir mich mal nicht so hoch loben“, sagte der 22-Jährige. Angst, über Nacht zu sehr ins Grübeln zu kommen, hat der Junioren-Weltmeister keine: „Absolut nicht! Ich bin ja auch schon ein bisschen im Geschäft.“

Für Thomas Florschütz (Riesa) war es dagegen ein WM-Auftakt zum Vergessen. Der 34-Jährige verspielte mit zwei groben Fahrfehlern in beiden Durchgängen nicht nur eine bessere Platzierung als Rang sechs, er verlor auch seinen Top-Anschieber Kuske, der sich beim letzten Schritt am Start verletzte. Im zweiten Durchgang saß Ersatz-Anschieber Andreas Bredau in Florschütz' Zweierbob.

„Das war der Supergau: ein beschissener Lauf und ein verletzter Bremser“, sagte ein völlig enttäuschter Florschütz. Dass ihn nur 16 Hundertstelsekunden auf den drittplatzierten Steven Holcomb (USA) fehlen, konnte den Olympiazweiten nicht trösten: „Bronze will ich eigentlich nicht.“

Der Oberhofer Maximilian Arndt liegt zur Halbzeit auf Rang acht (+1,12). Vor allem wegen seiner schwachen Startzeiten dürfte der Vierer-Europameister nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen.

sid

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