Cuban gibt ihn nicht für Nationalteam frei

Blasser Nowitzki gewinnt mit Dallas in Berlin

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Dirk Nowitzki (r.) gegen Deon Thompson

Berlin - Dirk Nowitzki hat trotz einer über weite Strecken enttäuschenden Vorstellung das erste Gastspiel mit Dallas in seiner Heimat gewonnen. Mavericks-Besitzer Mark Cuban will ihn nicht fürs Nationalteam freigeben.

Das NBA-Team setzte sich in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof bei Gastgeber Alba Berlin mit Mühe 89:84 (45:39) durch. Der von den 14.500 Zuschauern gefeierte Nowitzki blieb mit nur acht Punkten weit unter seinen Möglichkeiten und stand 33:54 Minuten auf dem Parkett.

„Das Spiel war von uns nicht so toll. Die Abstimung hat noch nicht gepasst. Wir haben leichte Fehler gemacht“, sagte Nowitzki. Den Abend konnte er dennoch genießen: „Es war doch witzig. Die Atmosphäre war gut.“

Beim personell stark veränderten NBA-Champion von 2011 waren Altstar Vince Carter sowie die Neuzgänge Chris Kaman und Darren Collision mit jeweils 14 Punkten am erfolgreichsten. Shawn Marion verbuchte elf Rebounds. Topscorer des Spiels war Deon Thompson, der 20 Zähler für den früheren Serienmeister Berlin holte.

„Ich wollte mich für euer Kommen bedanken. Die letzten drei Tage waren unvergesslich. Hoffentlich wird es ein gutes Spiel“, hatte Nowitzki gesagt, als er im Mittelkreis unter großem Jubel zum Publikum sprach. Schon beim Aufwärmen hatten die Spieler aus der nordamerikanischen Profiliga die Fans in der Halle mit spektakulären Dunkings in Stimmung gebracht.

Direkt mit Spielbeginn war von der Leichtigkeit aber nichts mehr zu sehen, den Mavericks gelang wenig. Es war deutlich zu merken, dass das runderneuerte Team erst seit einer Woche gemeinsam trainiert. Es haperte am Zusammenspiel, dazu leistete sich die Millionentruppe viel zu viele Ballverluste.

Nowitzki war gleich beim ersten Wurf erfolgreich. Nach vier Minuten traf der Superstar mit seinem berühmten Fadeaway-Jumpshot zur 4:3-Führung. Kurz darauf bekam der 34-Jährige eine Pause und wurde vom ebenfalls lautstark gefeierten Carter ersetzt.

Auch im zweiten der vier Spielabschnitte, die nach NBA-Regeln über zwölf statt den in der Bundesliga üblichen zehn Minuten gingen, taten sich Nowitzki und seine neuen Teamkollegen schwer. Alba ließ Dallas immer wieder schlecht aussehen, konnte die Schwäche des Gegners aber zu selten nutzen.

Dallas, das im Sommer acht neue Spieler geholt hatte, konnte sich auch nach der Pause nicht absetzen. Zu allem Überfluss verletzte sich Rodrigue Beaubois im dritten Viertel und musste in die Kabine gebracht werden. Der Guard hat sich nach ersten Informationen aber wohl nur den linken Knöchel verstaucht.

Ohne ehemals feste Größen wie Jason Terry und Jason Kidd, die den Klub nach der abgelaufenen Saison verlassen hatten, mussten die Mavs für den Sieg bis zum Schluss hart arbeiten. Nowitzki schaffte es nicht, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Eine zweistellige Führung gelang dem Team von Trainer Rick Carlisle nie.

Für die Entscheidung sorgte dann aber doch der bis dahin unauffällige Nowitzki. 11,9 Sekunden vor dem Spielende verwandelte der Nationalspieler zwei Freiwürfe uns stellte das 88:84 her.

Das Spiel in der Bundeshauptstadt war für Dallas der erste Härtetest in der Vorbereitung auf die neue Saison, die am 30. Oktober mit dem Auswärtsspiel bei den Los Angeles Lakers beginnt. Am Dienstag (21.00 Uhr) spielen die Mavericks beim spanischen Spitzenklub FC Barcelona, danach geht es wieder nach Hause.

Cuban gegen Nowitzki-Comeback im Nationalteam

Dirk Nowitzki darf sich keine großen Hoffnungen auf eine problemlose Rückkehr in die deutsche Basketball-Nationalmannschaft machen. Mark Cuban, Klubbesitzer der Dallas Mavericks, hat Gedankenspielen über ein mögliches Comeback für die EM 2013 eine klare Absage erteilt. „Bevor ich ihm das erlaube, schieße ich mir lieber in den Fuß“, sagte Cuban im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID): „Ich finde einfach, dass das nicht klug ist.“

Cuban, exzentrischer Milliardär und Nowitzkis Vorgesetzter beim NBA-Champion von 2011, hatte sich schon einmal quergestellt, als der Würzburger in der Sommerpause für sein Heimatland spielen wollte. „Ich weiß, wie wichtig es für ihn ist, sein Land zu repräsentieren“, sagte Cuban in Berlin: „Aber bei solchen Events geht es ums Geschäft. Ich finde es nicht richtig, dass wir unsere Spieler an eine andere Firma ausleihen.“

Nowitzki hatte zuletzt bekundet, sich eine Rückkehr in die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) vorstellen zu können. „Es liegt mir sehr am Herzen, die Mannschaft zu unterstützen“, sagte der 34-Jährige im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel: „Wenn ich der nächsten Basketball-Generation mit meiner Erfahrung helfen kann, Olympia in Rio de Janeiro zu erreichen, dann werde ich das sehr gut überlegen. Das ist ein attraktiver Gedanke.“

Der 34 Jahre alte Nowitzki, der am Samstag mit den Mavs ein Testspiel bei Alba Berlin gewann (89:84), hatte nach einer durchwachsenen EM im vergangenen Jahr in Litauen in diesem Sommer die DBB-Auswahl nicht unterstützt und den Zeitpunkt seiner Rückkehr offen gelassen.

sid

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