Biedermann WM-Dritter - Lochte vor Phelps

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Paul Biedermann holte Bronze

Shanghai - Vor zwei Jahren gab es zweimal Gold, diesmal zweimal Bronze für Paul Biedermann. Jetzt will der Medaillengarant Freundin Britta Steffen auf dem Weg zum Podest helfen.

Im Wimpernschlagfinale sprang für Paul Biedermann wieder WM-Bronze heraus, dagegen war das Viertelfinal-Aus für Deutschlands Wasserballer eine klare Angelegenheit. Das Team von Bundestrainer Hagen Stamm verpasste das direkte Ticket für die Sommerspiele in London. Biedermann dachte gleich nach dem verlorenen Titel über 200 Meter Freistil an den Saisonhöhepunkt in einem Jahr. “Jetzt ist die Zeit, zu Olympia zu schauen, und jeder Tag zählt“, sagte Biedermann. Dann sollen sich der neue Shanghai-Weltmeister Ryan Lochte und Vize-Weltmeister Michael Phelps nicht mehr wie am Dienstag im Becken abklatschen, sondern ihm wieder als Sieger gratulieren.

Mit einem “lachenden und einem weinenden Auge“ sah Trainer Frank Embacher die zweite Bronzemedaille seines Schützlings; die dritte im Becken für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) in China. Sicher wäre bei besseren Wenden für den deutschen Weltrekordhalter statt der 1:44,44 Minuten und einem Rückstand von 44/100 vielleicht auch Gold vor dem US-Duo drin gewesen. Aber eben auch gar nichts. “Die ersten fünf - das war ein Wimpernschlag“, sagte Embacher.

Nur 5/100 langsamer, und Biedermann hätte der Oma zum 75. Geburtstag (“Die haben heute wieder großes Kaffeekränzchen“) nicht einmal eine Medaille schenken können. Beinahe hätte er das gute Stück nach der Pressekonferenz sowieso liegen gelassen, aber das war wohl eher dem Interview-Stress nach der neuerlichen Siegerzeremonie geschuldet. Nach und nach wich das “bisschen Enttäuschung“ mehr und mehr der Freude. Und eine große Portion Motivation für 2012 kam hinzu. “Es heißt für mich jetzt jeden Tag im Training 100 Prozent, sonst sind andere vor mir.“

Von Edelmetall hatten die von Verletzungsproblemen gebeutelten Wasserballer zumindest geträumt, die Hürde Serbien war jedoch einfach zu hoch. Beim 4:9 gegen den Titelverteidiger schien es zu keinem Zeitpunkt so, dass der DSV-Auswahl die große Überraschung glücken könnte. Bundestrainer Hagen Stamm sieht für sein Team harte Monate auf dem angestrebten Weg nach London. “Der Weg zur Olympia-Quali ist sehr dornig“, sagte Stamm. Im April soll das Ticket gebucht werden. Der Bundestrainer war sicher, in Serbien auch den neuen Weltmeister gesehen zu haben.

WM-Titel gab es am Dienstag außer für Lochte noch für fünf weitere Schwimmer - und das in nur vier Disziplinen. Die Franzosen Jeremy Stravius und Camille Lacourt standen nach 52,76 Sekunden zeitgleich ganz oben auf dem Siegerpodest. Dem Magdeburger Vize-Weltmeister Helge Meeuw fehlten 3/10 Sekunden zum Bronzerang. Über 1500 Meter Freistil holte die Dänin Lotte Friis in 15:49,59 Minuten den Sieg, über 100 Meter Brust war 200-Meter-Olympiasiegerin Rebecca Soni aus den USA in 1:05,05 Minuten eine Klasse für sich. Über 100 Meter Rücken wurde Zhao Jing in 59,05 Sekunden zu Chinas nächster Gold-Dame.

Mit insgesamt zwölf Titeln führt China die WM-Wertung nach 37 von 66 Wettbewerben vor Russland (7) und den USA (3) an. Der DSV liegt auf Platz sieben und eigentlich voll im Plan. Ob es noch etwas mit dem von Britta Steffen erhofften Gold über 50 oder 100 Meter Freistil wird, ist in den WM-Tagen fraglich geworden.

“Wenn sie gesundheitlich nicht angeschlagen ist, dann werden wir noch viele gute Seiten auch hier von ihr erleben. Wenn sie gesundheitlich angeschlagen ist, logischerweise, dann muss man sehen, wie wir reagieren. Das kann ich jetzt noch nicht sagen“, warf Bundestrainer Dirk Lange Fragen auf und war nach dem Staffel-Auftritt in Sorge. “Wenn eine Britta Steffen als Doppel-Olympiasiegerin und Doppel-Weltmeisterin nicht unter den ersten Zwei in der Welt ist, gibt es immer Sorgen.“ Am Donnerstag (ab 3.00 Uhr) steht der erste Einzelstart über 100 Meter Freistil an. In die Endläufe an diesem Mittwoch zogen das 17 Jahre alte Team-Küken Silke Lippok über 200 Meter Freistil und Brustschwimmer Hendrik Feldwehr über 50 Meter ein.

dpa

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