Biathlon: Neuner gibt Sieg aus der Hand

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Magdalena Neuner beim Biathlon-Weltcup im schwedischen Östersund

Östersund - Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner hat ihren zweiten Sieg beim Weltcup im schwedischen Östersund am Schießstand aus der Hand gegeben.

Auch wenn Magdalena Neuner im Verfolger gleich viermal in die Strafrunde musste - besser hätte der Saisonauftakt für die Rekordweltmeisterin kaum laufen können. Der 25. Weltcup-Sieg am Samstag im Sprint, je ein dritter Platz im Verfolgungswettkampf am Sonntag und im Einzel-Wettkampf am Donnerstag sowie das Gelbe Trikot der Weltcup-Spitzenreiterin: Die Doppel-Olympiasiegerin hat in Östersund den besten Saisonstart ihrer von Erfolgen gepflasterten Karriere hingelegt. “Das war schon mal ein toller Einstand. Es ist besser gelaufen, als ich eigentlich erwartet habe“, sagte Neuner.

Nach dem abschließenden Verfolgungsrennen hatte Siegerin Tora Berger, die am Sonntag nur eine Scheibe stehen ließ, 1:24,4 Minuten Vorsprung. Tags zuvor hatte Magdalena Neuner die Norwegerin im Sprint mit der Winzigkeit von 0,2 Sekunden geschlagen. Von Sprint-Rang 27 auf Platz sechs kämpfte sich Einzel-Vize-Weltmeisterin Tina Bachmann. Andrea Henkel fiel dagegen von acht auf zehn zurück.

Magdalena Neuners tolle Form ist die Bestätigung für ihre in diesem Jahr in Eigenregie gestaltete Saisonvorbereitung. Sie hatte die Dunkelheit und das schlechte Wetter im traditionellen Muonio-Trainingslager der deutschen Skijäger in Finnland vermieden und war im November daheimgeblieben. Wohlwissend, dass sich außer ihr niemand im deutschen Lager diesen Luxus leisten kann.

Nachdem sie zuletzt zweimal in Östersund krankheitsbedingt hatte passen müssen, ging ihr Plan auf. “Die Ergebnisse zeigen mir, dass ich was richtig gemacht habe und das gibt mir auch eine gewisse Sicherheit“, sagte Neuner, auch wenn sie am Sonntag den harten Rennen Tribut zollen musste: “Ich habe gemerkt, dass die Kräfte nicht mehr so da sind. Aber es ist toll, hier mit dem dritten Platz aufzuhören.“

Neben der Ausnahme-Biathletin sorgte zudem Debütantin Franziska Hildebrand für ein Achtungszeichen. Gleich in ihrem ersten Weltcuprennen wurde sie im Einzel Sechste. Bundestrainer Uwe Müssiggang zog deshalb auch ein positives Fazit: “Die Leistungen zeigen, dass wir in der Vorbereitung gut gearbeitet haben und auf dem richtigen Weg sind.“

Die Männer legten einen ordentlichen, aber ausbaufähigen Saisonstart hin. Andreas Birnbacher war beim Verfolgungssieg des Franzosen Martin Fourcade als Sechster bester Deutscher und wiederholte damit sein Ergebnis aus dem Sprint. “Ich bin sehr zufrieden“, meinte der Schlechinger. Damit sorgte der am Sonntag um 24 Plätze verbesserte Simon Schempp (11.) als Dritter im Auftakt-Einzel für den einzigen Podestplatz der Männer. “Die Form ist stabil, ich hoffe, dass es so weitergeht“, sagte der 24-Jährige. Er hatte nach gesundheitlichen Problemen die vergangene Saison abgebrochen.

Der in der Saisonvorbereitung durch eine Sprunggelenksoperation zurückgeworfene Michael Greis wurde im Abschlussrennen guter Zehnter, kann mit der Weltspitze aber noch nicht mithalten. “Trotzdem bin ich mit dem, was ich jetzt gebracht habe, zufrieden und ich hoffe, dass es in die richtige Richtung geht“, sagte der dreimalige Olympiasieger. Auch bei Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer (22.) läuft der Motor noch nicht auf Hochtouren.

dpa

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