Auch mit der Staffel "voll auf Angriff"

Henkel ist noch nicht satt

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Andrea Henkel

Nove Mesto - Andrea Henkel hat sich mit dem Gewinn der Silbermedaille bei der Biathlon-WM in Nove Mesto einen großen Traum erfüllt und will weitere Medaillen holen.

Keine 15 Stunden nach ihrem Silber-Coup stand Andrea Henkel im Training schon wieder am Schießstand und nahm die nächste Medaille ins Visier. „Wir wollen auch mit der Staffel voll auf Angriff gehen, das wird ein hartes Rennen“, sagte die frischgebackene Vizeweltmeisterin im Einzel. Bei der Biathlon-WM in Nove Mesto geht das erfolgsverwöhnte deutsche Quartett am Freitag (17.15 Uhr/ZDF) über 4x6 km als Titelverteidiger an den Start.

Nach ihrem zweiten Platz im letzten WM-Klassiker ihrer Karriere und der ersten deutschen WM-Medaille in Tschechien blieb für Henkel am Mittwochabend wenig Zeit zum Feiern. Im Hotel genehmigte sich die Mannschaft nur das eine oder andere Bier. „Ich bin einfach glücklich, dass ich jetzt die Medaille in den Händen halte, für die ich so lange gekämpft habe. Es ist pure Motivation“, sagte die 35 Jahre alte Großbreitenbacherin.

2008 hatte die „Grande Dame“ in Östersund zuletzt in einem Individualrennen eine Medaille gewonnen, nach fünf Jahren kehrte die Doppel-Olympiasiegerin nun zurück auf ein WM-Podium. „Ich würde das alles nicht mehr machen, wenn ich nicht wüsste, dass ich noch um das Podest mitlaufen kann“, sagte Henkel. Ihre Karriere wird sie trotzdem wie geplant nach den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi beenden. „Ich bin dann 36, und irgendwann muss auch mal Schluss sein“, sagte die achtmalige Weltmeisterin.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht absolvierte die Thüringerin am Donnerstag das Training und die Pressekonferenz, nahm von allen Seiten Glückwünsche entgegen. Auch im deutschen Team ist die Erleichterung groß. „Die Unzufriedenheit war nach dem ersten Wochenende da“, sagte Frauentrainer Gerald Hönig, der mit den DSV-Skijägern zunächst den schlechtesten WM-Start seit 16 Jahren verkraften musste: „Andrea hat mir ihrer Leistung vielleicht einen Knoten geöffnet und in den Köpfen einiges freigesetzt, damit wir noch erfolgreiche Tage vor uns haben.“

Vor allem Henkels Schießleistung beeindruckte. Nach ihrem fehlerfreien Auftritt in der Verfolgung, die sie auf Rang sechs beendet hatte, traf sie beim Sieg der Norwegerin Tora Berger über 15 km erneut alle 20 Scheiben. „Bei einer Weltmeisterschaft acht Serien hintereinander fehlerfrei zu schießen, das ist schon außergewöhnlich“, sagte Hönig.

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In den vergangenen Jahren hat Henkel immer mal wieder kurz ans Aufhören gedacht, ihre 16. WM-Medaille beim 14. Start war der Lohn für das Stehvermögen. „Ich weiß nicht, ob ich von Genugtuung reden muss. Ich habe es mir eher selbst bewiesen“, sagte Henkel, die ihr hohes Sportleralter gelegentlich durchaus spürt: „Ich brauche jetzt mehr Physiotherapie.“ Sonst habe sich nicht viel verändert. „Die Momente, in denen ich keinen Spaß habe, sind selten“, sagte Henkel, die 1995 ihr Weltcupdebüt gab und seit 19 Jahren um die Welt reist.

Seither gewann sie unter anderem den Gesamtweltcup, wurde Weltmeisterin, Olympiasiegerin und zu einer festen Größe in der DSV-Staffel. Im Vorjahr stürmte Henkel bei der Heim-WM in Ruhpolding mit der deutschen Fahne in der Hand über die Ziellinie und führte das Quartett zum zweiten Weltmeistertitel in Folge. Auch bei der Generalprobe im Januar in Antholz gewannen die deutschen Skijägerinnen. Ob das auch in Nove Mesto gelingt? Henkel: „Wir wissen, dass die Konkurrenz groß ist, aber wir müssen uns nicht verstecken.“

sid

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