Weltcup-Abschluss

Deutsche Biathleten enttäuschen - Fourcade top 

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Martin Fouracade dominiert den Biathlon-Weltcup.

Kontiolahti - Da wo Martin Fouracade seit drei Jahren steht, wollen die deutschen Biathleten auch nur allzu gerne hin: Auf den Thron des weltbesten Skijägers. Die Deutschen enttäuschten auch in der Verfolgung.

Martin Fourcade bleibt der weltbeste Biathlet. Zum dritten Mal nacheinander gewann der Doppel-Olympiasieger aus Frankreich den Gesamtweltcup und sicherte sich damit die Große Kristallkugel. Dem 26-Jährigen reichte am Sonntag in der Verfolgung von Kontiolahti Platz zwei, um bereits vor dem Saisonfinale in der kommenden Woche in Oslo als Meister aller Klasser festzustehen. „Ich wollte diesen Titel unbedingt und bin sehr stolz“, sagte Fourcade, der auch die Sprint-Weltcupwertung vorzeitig für sich entschied, in der ARD. Aber der Überflieger ist müde: „Ich denke nur noch an Urlaub.“

Nach dem Deutschen Frank Ullrich und seinem Landsmann Raphael Poirée ist Fourcade erst der dritte Biathlet, dem der Hattrick gelang. Am WM-Ort des kommenden Jahres profitierte Fourcade von der Rennaufgabe seines ärgsten Rivalen Emil Hegle Svendsen. Der Norweger stieg nach neun Fehlern nach dem dritten Schießen entnervt aus und gab damit kampflos den Gesamtsieg an Fourcade. „Martin ist nun mal der Beste. Aber wir werden unser Möglichstes tun, dass er es in Zukunft weiter schwer hat“, meinte Arnd Peiffer, Sprint-Dritter vom Donnerstag. Dreifach-Triumphe feierten der Norweger Johannes Thingnes Bö und Kaisa Mäkäräinen.

Fischer bleibt Karaoke-Nummer erspart

Der Männer-Coach Fritz Fischer kam wenigstens um eine Gesangseinlage in der Karaoke-Bar herum. Denn keiner der Deutschen blieb bei den widrigen Bedingungen fehlerfrei. Hätte es einer geschafft, hätte Fischer zum Mikrofon gegriffen. Dennoch zeigten die Deutschen nach ihren schlechten Auftritten im Sprint tags zuvor gute Leistungen. Bester war Benedikt Doll auf Platz sieben. Simon Schempp wurde Neunter. Peiffer kam als Zwölfter ins Ziel. Erik Lesser wurde 37. und Florian Graf landete auf Position 39. Peiffer kassierte beim dritten Schießen seine vier Fehler. Der Wind war zu böig. „Ich dachte, ich spinne. Das hat mich zerbröselt. Da kann man auch einen von der Straße holen, der macht es auch nicht schlechter“, sagte Peiffer schmunzelnd. In Oslo in einer Woche will er wieder angreifen: „Ich werde alles geben, um gute Ergebnisse einzufahren.“

Das ohne die geschonten Nachwuchskräfte Laura Dahlmeier und Franziska Preuß angereiste Damen-Rumpfteam zeigte mit Ergebnissen weit entfernt von den Podestplätzen, dass es wohl das ist, auf was sich die Fans in Zukunft einstellen müssen: Eine Zeit ohne Dauer-Abo auf Top-Platzierungen. In den Sprints kamen die Plätzen 8, 9, 26, 30, 40, 43, 47 und 60 heraus. In der Verfolgung sah es nicht besser aus: Beste wurde Vanessa Hinz als 24., Franziska Hildebrand wurde 28. Andrea Henkel kam als 34. ins Ziel und Nadine Horchler auf Position 43.

dpa

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