Besuch bei Magdalena Neuners Training

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Magdalena Neuner in Oberhof

Oberhof - Biathlon-Star Magdalena Neuner bereitet sich derzeit in Oberhof auf die neue Saison vor - auf Schnee, aber bei absoluter Windstille.

Fünf Schüsse, fünf Treffer - ein Lächeln huscht über das Gesicht von Magdalena Neuner. Die letzte Serie des Freitag-Trainings in der Oberhofer Skihalle ist gelungen. “Ich bin überrascht. Ich hatte es mir hier viel kleiner vorgestellt“, erzählt die Biathlon-Rekordweltmeisterin der Nachrichtenagentur dapd. Die 24-Jährige ist in der Vorbereitung auf den Winter zum ersten Mal an den Thüringer Rennsteig gereist, “um endlich auf Schnee zu kommen und die perfekten Laborbedingungen hier zu nutzen.“

Wie Magdalena Neuner trainieren derzeit acht weitere Skijägerinnen des Weltcup-Kaders von Bundestrainer Gerald Hönig und Ricco Groß in Oberhof. “Hier können wir schon frühzeitig in der neuen Saison Laufen und Schießen kombinieren, können ohne störende Witterungseinflüsse an der Schießtechnik arbeiten“, sagt Gerald Hönig.

Magdalena Neuner: So schön, so erfolgreich

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

Ganzjährig minus vier Grad auch für Touristen

Schlechtes Wetter ist in der Skihalle kein Kriterium: Hier herrschen ganzjährig etwa minus vier Grad und die 1,2 Kilometer lange Laufstrecke wird täglich frisch präpariert. Der Schnee, so schildern die Trainer, sei zwar sehr trocken und werde ziemlich schnell weich, aber für Neuner und Co ist das kein Problem. Sie trainieren zur besten Zeit zwischen 8.00 und 11.00 Uhr - noch ehe die Halle am Mittag für die Touristen geöffnet wird.

“Natürlich genießen wir Priorität Eins. Dass sich die Anderen nach uns richten müssen, halte ich für normal. Im Ausland müssen wir uns auch einordnen“, sagt Ricco Groß. In Oberhof warteten am Freitag die mit Männer- und Frauen-Auswahl angereisten Italiener auf das Trainingsende der Deutschen.

Auch russische Langläufer um Weltcup-Starter Aleksander Legkow und zahlreiche Nachwuchs-Athleten tummelten sich unter Beobachtung des ehemaligen Männer-Bundestrainers Frank Ullrich auf den Laufstrecken, ehe am Mittag die Touristen an der Reihe waren. Kein Problem an diesem Tag, an dem die Sonne die raureifverhüllten Wiesen am Rennsteig rasch auftaute. “Ich gehe am Nachmittag Joggen“, kündigte Andrea Henkel an. Ansonsten standen Kraftraum und die Sporthalle (Hönig: “Wir werden eine Runde Hockey spielen“) auf dem Trainingsplan.

Oberhof statt Polarkreis

Rund 700 Schüsse wird jede deutsche Skijägerin in den sechs Trainingstagen am künstlich beleuchteten Schießstand abfeuern. Die Anlage ist seit Anfang des Jahres in die schon zwei Jahre genutzte Skihalle integriert und erfreut sich großer Beliebtheit. Die deutsche Männer-Auswahl war bereits zweimal zu Lehrgängen vor Ort, übergab quasi den Stand direkt an die weibliche Abteilung. Die reist am 28. Oktober von Oberhof aus zur Einkleidung des Deutschen Skiverbandes und dann in Richtung Polarkreis, wo ab 8. November in Muonio im Norden Finnlands die letzte Vorbereitung auf den Weltcup-Auftakt in Östersund (28. November) startet.

Magdalena Neuner, der Dunkelheit und Ödnis Muonios gesundheitlich bislang nicht gut bekommen waren, reist nicht mit. “Ich werde wahrscheinlich noch einmal nach Oberhof kommen. Es sei denn, es schneit in den Alpen ausreichend.“

So optimal die Bedingungen in der Halle ohne Winter und Wetter-Einflüsse auch sind: Wenn der Weltcup vor der Tür steht, “dann müssen am Schießstand die Windfahnen flattern. Im Wettkampf haben wir nur selten Windstille. Da stürmt es, schneit es. Darauf muss man eingestellt sein“, sagt Groß. Der viermalige Olympiasieger weiß, worauf es ankommt. Er zählte einst zu den besten Schützen in der Skijäger-Zunft.

dapd

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