Polen verabschiedet sich von EM

Blamage für Bauermann - "Entschuldige mich"

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Dirk Bauermann

Ljubljana - Der frühere Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann hat bei der EM eine Blamage gegen Spanien erlebt und ist mit Polen in der Vorrunde gescheitert. Seine Zukunft lässt er offen.

„Wir haben uns in der ersten Hälfte nicht gewehrt. Ich entschuldige mich bei den Fans in Polen“, sagte der 55-Jährige nach dem bitteren 53:89 (13: 49) im vierten Vorrundenspiel. Die Polen sind in Slowenien weiter sieglos.

Zum Abschluss der ersten Gruppenphase geht es am Montag gegen den Gastgeber, der am Abend beim 74:76 (65:65, 35:41) nach Verlängerung im Aufeinandertreffen mit Kroatien erstmals im Turnier den Kürzeren zog. Bauermann freut sich auf die Herausforderung. „Wir spielen vor einem tollen Publikum in einer tollen Atmosphäre“, sagte der gebürtige Oberhausener: „Wir haben morgen nichts zu verlieren. Leider geht es um nichts mehr - abgesehen von der Ehre.“

Bauermann will sich mit einer Entscheidung über seine Zukunft als polnischer Basketball-Nationalcoach nach dem frühen Vorrunden-Aus bei der EM in Slowenien Zeit lassen. „Der Verband hat großes Interesse geäußert, mit mir weiterzuarbeiten, was mich sehr freut und ehrt“, sagte der frühere deutsche Bundestrainer der Nachrichtenagentur dpa. „Ich muss jetzt die letzten sechs Wochen analysieren und dann in Ruhe entscheiden. So eine Entscheidung kann man nicht nach der Enttäuschung eines Turniers treffen.“

Die polnische Nationalmannschaft hatte bei dem Kontinentalturnier ihre ersten vier Vorrundenspiele verloren und damit frühzeitig die Zwischenrunde verpasst. „Wunder sind in sechs Wochen, egal wie sehr es man versucht, nicht zu erreichen“, sagte Bauermann über seine bisherige Amtszeit. „Das Weiterkommen war in dieser schweren Gruppe nur unter idealen Bedingungen möglich, das hat nicht funktioniert.“

Die Leistung des deutschen Teams, das ebenfalls vorzeitig gescheitert war, wollte er aus der Ferne nicht bewerten. „Es tut mir furchtbar leid, weil ich gesehen habe, dass die Jungs unglaublich viel investiert haben“, betonte der 55-Jährige aber.

Dem Team um Bundestrainer Frank Menz müsse man „einfach Zeit lassen. Wenn man eine Mannschaft neu strukturieren muss und man das mit einem neuen, jüngeren Trainer macht, dann muss man auch Geduld haben und darf diesen Versuch nicht abbrechen, nur weil es einmal schlecht war“, sagte Bauermann. Die Personalentscheidungen seien „nicht unter kurzfristigen, sondern nur unter mittel- und langfristigen Gesichtspunkten getroffen worden. Ich würde auf jeden Fall zur Gelassenheit raten.“

Dettmann mit Finnland weiter

Dagegen ist in Henrik Dettmann ein anderer ehemaliger Bundestrainer weiter. Mit Finnland bezwang der 55-Jährige den Olympiadritten Russland nach zweifacher Verlängerung 86:83 (75:75, 67:67, 31:30). Die Nordeuropäer haben einen der ersten drei Plätze in ihrer Gruppe sicher. Italien schlug die bereits für die nächste Runde qualifizierten Griechen 81:72 (36:38) und steht ebenfalls in der Zwischenrunde.

In der deutschen Gruppe gewann Frankreich mit viel Mühe 77:71 (35:36) gegen die zuvor ungeschlagenen Ukrainer. Das französische Team um den glänzend aufgelegten NBA-Superstar Tony Parker (28 Punkte) ist aber noch nicht weiter.

Für Schweden ist die EuroBasket nach dem letzten Vorrundenspieltag am Montag vorbei. Die „Tre Kronor“ unterlagen den zuvor sieglosen Türken mit 74:87 (35:40). Für die Türkei war der Sieg wertlos.

sid/dpa

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