Görges und Barthel weiter - Haas ist raus

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Julia Görges hat es bei den Australian Open in die dritte Runde geschafft.

Melbourne - Für Tommy Haas sind die Australian Open vorbei. Der Spanier Rafael Nadal war in der zweiten Runde doch eine Nummer zu groß. Weiter im Rennen sind dagegen Julia Görges, Mona Barthel und Philipp Kohlschreiber.

Abbruchsiege für Julia Görges und Philipp Kohlschreiber, ein weiteres Ausrufezeichen von Mona Barthel und der wahrscheinliche Abschied von Tommy Haas aus Melbourne: Die deutschen Tennisprofis sorgen bei den Australian Open weiter für jede Menge Schlagzeilen. Haas scheiterte am Mittwoch in der zweiten Runde an Rafael Nadal, wurde von den Fans in der Rod Laver Arena bei seinem wohl letzten Spiel beim Grand-Slam-Auftakt aber dennoch gefeiert. “Das war noch einmal ein tolles Erlebnis“, sagte Haas nach dem 4:6, 3:6, 4:6, bei dem er trotz einer couragierten Leistung letztendlich doch chancenlos war.

Mit Kurzarbeit erreichten Görges und Kohlschreiber die dritte Runde. Beide profitierten von den verletzungsbedingten Aufgaben ihrer Gegner. Senkrechtstarterin Barthel musste hingegen gegen die an Nummer 32 gesetzte Tschechin Petra Cetkovska beim 7:5, 6:3 hart kämpfen und im ersten Durchgang sogar einen Satzball abwehren.

Doch die 21-Jährige behielt die Nerven und setzte ihren Höhenflug fort. “Angst vor den Big Points bringt einen nicht weiter. Da habe ich mir gesagt, dann mag ich sie einfach“, sagte Barthel, die erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier in der dritten Runde steht. Dort bekommt sie es am Freitag mit der an Nummer drei gesetzten Victoria Asarenka zu tun. Das Aus kam dagegen für Tobias Kamke nach hartem Fünf-Satz-Fight gegen den Ukrainer Alexander Dolgopolow und Andreas Beck, der wegen einer Rückenverletzung gegen Roger Federer nicht antreten konnte.

Haas warf auf dem Centre Court noch einmal alles in die Waagschale. Immer wieder blitzte das Können der ehemaligen Nummer zwei der Welt auf, doch insgesamt fehlte dem 33-Jährigen die Konstanz, um Nadal ernsthaft zu gefährden. “Die Wadenverletzung in Brisbane hat mich acht Tage gekostet. Das hat man gemerkt“, meinte der Wahl-Amerikaner. Seine Zukunft ließ er offen. “Die nächsten drei, vier, fünf Monate werden zeigen, wie es weitergeht.“

Lediglich zu Beginn des dritten Durchgangs gelang es Haas, Nadal den Aufschlag abzunehmen. Doch der Mallorquiner konterte und atmete nach dem Erfolg erleichtert auf. “Tommy ist ein großartiger Spieler und hat heute toll gespielt“, lobte der Weltranglisten-Zweite. “Sicher nagt das Alter an ihm. Doch sein Tennis ist noch zu gut, als dass er aufhören sollte.“

Richtig gutes Tennis spielt derzeit auch Kohlschreiber. Der Augsburger präsentiert sich bei seinem Lieblings-Grand-Slam in Down Under nach wie vor in guter Form und trifft nun auf den Kolumbianer Alejandro Falla, der den an Nummer acht gesetzten Amerikaner Mardy Fish besiegte.

Gegen den Spanier Pere Riba startete Kohlschreiber furios und nahm seinem Gegner schnell zweimal den Aufschlag ab. Danach hatte Riba Probleme mit einer Blase am linken Fuß und musste beim Stand von 6:0, 4:0 aus Sicht von Kohlschreiber passen. “Natürlich möchte man nie auf diese Art und Weise gewinnen. Trotzdem bin ich sehr glücklich, wieder einmal in der dritten Runde zu sein“, sagte Kohlschreiber, der 2011 bei allen Grand-Slam-Turnieren nur ein einziges Match gewonnen hatte.

Zum fünften Mal in Serie in der dritten Runde bei einem der Majors steht Görges. Auch ihre griechische Gegnerin Eleni Daniilidou wurde beim Stand von 6:2, 2:0 für Görges von einer Verletzung gestoppt. “Bis dahin habe ich aber sehr solide gespielt. Deswegen bin ich sehr zufrieden“, meinte die 23-Jährige. Sie kämpft nun gegen die Italienerin Romina Oprandi um den erstmaligen Einzug ins Achtelfinale eines Grand Slams. Oprandi schlug Landsfrau Francesca Schiavone.

Weiter von Sieg zu Sieg eilt Barthel. “Es passiert im Moment sehr viel, das kann ich noch alles gar nicht verarbeiten“, meinte die Norddeutsche. Großes Pech hatte dagegen Beck. Der Stuttgarter musste gegen den Schweizer Federer passen, weil der Rücken schmerzte. “Ich habe am Morgen beim Warmspielen wohl eine falsche Bewegung gemacht“, sagte Beck. Raus ist auch der Lübecker Kamke, der Dolgopolow in einem tollen Match 6:4, 1:6, 1:6, 6:3, 6:8 unterlag. “Es hat ein Zentimeter gefehlt“, sagte Kamke enttäuscht.

Die australischen Tennis-Fans hatten hingegen wieder Grund zum jubeln. Einen Tag nach dem bitteren Erstrunden-Aus von Samantha Stosur kam Youngster Bernard Tomic weiter. Bei den Damen gaben sich Caroline Wozniacki, Kim Clijsters und Na Li kein Blöße.

dpa

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