Görges mit Kämpferherz

Kerber feiert Premiere am Geburtstag

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Über Torte und den Einzug ins Achtelfinale konnte sich Angelique Kerber an ihrem Geburtstag freuen.

Melbourne - Die deutschen Damen sind Down Under gut in Schwung. Wie im Vorjahr stehen zwei von ihnen in Melbourne im Achtelfinale. Für Kerber ist es eine Premiere. Auch die Favoriten setzen sich durch.

Als die 10.000 Zuschauer in der Rod-Laver-Arena von Melbourne spontan ein Happy-Birthday-Ständchen anstimmten, bekam Angelique Kerber „Gänsehaut pur“. Und das im australischen Hochsommer. Bei ihrer bislang größten Geburtstagsfeier auf einem der imposantesten Centre Courts der Welt blickte die Kielerin gerührt in die Menge.

Trotz aller Emotionen stellte das anschließende Ausblasen der Kerze auf dem Schokokuchen Kerber vor keinerlei Probleme. Und ihren sehnlichsten Wunsch vor der improvisierten Sause an der Grundlinie hatte sich die Weltranglistenfünfte zu diesem Zeitpunkt längst selbst erfüllt.

„Ich bin sehr glücklich, denn ich hatte vorher noch nie an meinem Geburtstag gewonnen. Es war außerdem das erste Mal, dass so viele Menschen für mich gesungen haben. Das Gefühl war unglaublich, ich hatte ja nichts geahnt“, sagte Kerber nach dem 6:2, 7:5-Sieg gegen die US-Nachwuchshoffnung Madison Keys (17), der eine weitere Premiere besiegelte. Erstmals steht die seit nun 25-Jährige im Achtelfinale der Australian Open und trifft dort am Sonntag im Linkshänderinnen-Duell auf Jekaterina Makarowa (Russland/Nr. 19).

Bloß nichts Wabbeliges! Angelique Kerber von A bis Z

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Den deutschen Feiertag machte Kerbers Fed-Cup-Kollegin Julia Görges perfekt. Die Bad Oldesloerin erreichte durch ein 6:3, 1:6, 7: 5 gegen Zheng Jie (China) wie bereits im Vorjahr die Runde der letzten 16. Görges hatte im entscheidenden Satz bereits mit 3:5 zurückgelegen, zeigte dann aber ihr Kämpferherz. „Ich habe Blut geleckt und möchte jetzt mehr. Es ist schön zu sehen, dass ich solche Matches drehen kann“, meinte die 24-Jährige, auf die nun die einstige French-Open-Siegerin Li Na aus China wartet.

Am Samstag hat Philipp Kohlschreiber (Augsburg) als einzig noch verbliebener deutscher Spieler die Chance, wie bereits 2012 ins Achtelfinale von Melbourne einzuziehen. Der Weltranglisten-19. trifft auf den an Position 13 gesetzten Aufschlagspezialisten Milos Raonic aus Kanada. Im Viertelfinale könnte es Kohlschreiber dann theoretisch mit Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer aus der Schweiz zu tun bekommen.

Kerber indes fiel nach dem erlösenden Erfolg, durch den sie nun bei allen vier Grand-Slam-Turnieren mindestens das Achtelfinale erreicht hat, ein Stein vom Herzen. „Jetzt habe ich nichts mehr zu verlieren. Der Druck, den ich jetzt spüre, der ist positiv“, sagte die Wimbledon-Halbfinalistin, die ihre letzten Geburtstage auch immer in Down Under feiern musste.

Vor dem Match gegen Teenie Keys hatte Kerber ihr Handy ausgeschaltet gelassen, um sich nicht von etwaigen Glückwunsch-SMS aus der Heimat ablenken zu lassen. Nach der Pflichtnummer in Runde drei aber war „Angie“ dann zum Feiern zumute. Bei einer geplanten Party im Hotel am Freitagabend wollte sich Kerber „ein Dessert gönnen“.

Das hatte sich auch Görges nach einer 2:12-stündigen Zitterpartie verdient. Die Weltranglisten-18. bewies, dass sie vor allen Dingen aus der Achtelfinal-Pleite von Melbourne 2012 gelernt hat. Damals wirkte Görges gegen Agnieszka Radwanska (Polen) völlig lustlos und erntete viel Kritik - auch von Trainer Sascha Nensel.

„Jetzt habe ich gezeigt, dass ich mich nicht mehr so von den Emotionen leiten lasse und mein Level während eines Spiels hochschrauben kann“, erklärte die Norddeutsche. Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner nannte die Vorstellung von Görges gegen Zheng „beeindruckend“ und glaubt, „dass Jule auch Li Na schlagen kann.“

Titelverteidiger Novak Djokovic indes hat die nächste Hürde auf seinem Weg zum Titel-Hattrick souverän gemeistert und steht im Achtelfinale. Der topgesetzte Serbe besiegte den tschechischen Davis-Cup-Gewinner Radek Stepanek 6:4, 6:3, 7:5. Seine Quote beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres erhöhte Djokovic auf 35:5 Siege. Er könnte beim „Happy Slam“ als erster Spieler in der Open-Era seit 1968 den dritten Melbourne-Titel in Serie gewinnen.

sid

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