Auftakt der Handball-WM in Spanien

Glanzloser Pflichtsieg für deutsche Handballer

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Steffen Weinhold war bester Werfer der deutschen Handballer gegen Brasilien.

Granollers - Die deutschen Handballer sind mit einem glanzlosen Pflichtsieg in die WM gestartet. Die Mannschaft von Trainer Martin Heuberger bezwang Außenseiter Brasilien.

Die Mannschaft von Trainer Martin Heuberger bezwang Außenseiter Brasilien im spanischen Granollers nach einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang deutlich mit 33:23 (12:10). Bester Werfer in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) beim achten Sieg im achten Spiel gegen die Südamerikaner war der Flensburger Steffen Weinhold mit sieben Toren.

Durch den Erfolg setzte das deutsche Team eine stolze Serie fort. Seit 1974 ist die DHB-Auswahl in WM-Eröffnungsspielen ungeschlagen. Mit einem weiteren Sieg am Sonntag (17.20 Uhr/ZDF) gegen Afrikameister Tunesien könnte die deutsche Mannschaft einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen.

„Wir waren schon ein bisschen nervös. Gerade die jungen Spieler wussten nicht genau, wo sie stehen. Die zweite Halbzeit war ganz ordentlich. Es kommen aber noch schwerere Gegner“, sagte Kapitän Oliver Roggisch.

Der mit sechs WM-Debütanten angetretenen deutschen Mannschaft war die Nervosität von Beginn an deutlich anzumerken. Besonders gegen die offensive 3:2:1-Deckung der kampfstarken Brasilianer fand die DHB-Auswahl zunächst kein Mittel. Der Weltmeister von 2007 leistete sich im ersten Durchgang zahlreiche Ballverluste und vergab reihenweise gute Chancen. So hatte Adrian Pfahl alleine in den ersten neun Minuten vier Fehlwürfe. Heuberger reagierte und nahm den Rückraumspieler vom VfL Gummersbach vom Feld.

Ohne die fehlenden Leistungsträger Uwe Gensheimer, Holger Glandorf und Lars Kaufmann fehlte dem deutschen Team gegen den Zweiten der Panamerikameisterschaft im Angriff die ordnende Hand. So nahm Heuberger beim 7:9 in der 20. Minute schon eine Auszeit. „Wir müssen die Dinger reinmachen. Das ist das Hauptproblem“, sagte der Bundestrainer, der schon Mitte der ersten Halbzeit munter durchwechselte.

Angetrieben vom starken Berliner Torhüter Silvio Heinevetter und einer mit zunehmender Spieldauer sicherer stehenden Abwehr fand der Favorit vor 2700 Zuschauern nun etwas besser in die Begegnung. Zwei von Kevin Schmidt (Wetzlar) verwandelte Siebenmeter bescherten dem WM-Elften eine Zwei-Tore-Führung zur Pause. „Man merkt ihnen die Nervosität an. Wir haben zu schnell die Abschlüsse gesucht“, sagte ARD-Experte Bob Hanning, der im Herbst für das Amt des DHB-Vizepräsidenten kandidieren wird.

Auch DHB-Sportmanager Heiner Brand zeigte sich mit der Vorstellung in den ersten 30 Minuten nicht zufrieden. „Wir hätten höher führen, aber auch zurückliegen können. Da müssen wir uns bei Silvio Heinevetter bedanken“, sagte der ehemalige Bundestrainer. Heinevetter wehrte alleine im ersten Durchgang zehn Bälle ab.

Nach dem Wechsel schwanden bei den Brasilianern etwas die Kräfte, die DHB-Auswahl nutzte die sich bietenden Räume besser. Zudem wurde die Chancenverwertung besser. Schnell setzte sich das deutsche Team ab (18:13/39.). In der Abwehr wurden die Bälle nun gut erkämpft, über Tempogegenstöße gelangen einfache Tore. Der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.

SID

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