ATP-Finale: Federer schafft den Rekord

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Roger Federer holte sich zum sechsten Mal den Titel beim ATP-Masters-Finale. Mit 6:3, 6:7 und 6:3 bezwang er den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich) in 2:18 Stunden

London - Roger Federer holt sich zum Jahresabschluss doch noch einen großen Titel. Durch seinen Sieg im ATP-Finale in London ist der Schweizer nun alleiniger Rekordhalter - doch er musste dafür hart kämpfen.

Roger Federer hat als erster Spieler in der Geschichte des Tennissports das ATP-Finale zum sechsten Mal gewinnen können. Der Schweizer besiegte am Sonntagabend in London Jo-Wilfried Tsonga aus Frankreich mit 6:3, 6:7 (6:8), 6:3 und erhält für seinen insgesamt 70. Turniersieg seiner Karriere 1,63 Millionen Euro.

Mit seinem 17. Sieg in Serie auf der Tour seit Anfang September hat sich der 30 Jahre alte Basler erneut auch mehrere Einträge in die Geschichtsbücher seines Sports gesichert. Federer hat jetzt nicht nur die meisten Titel beim ATP-Finale, sondern ist gleichzeitig auch der älteste Spieler, der das Turnier der Besten am Saisonende für sich entschieden hat. Außerdem rückt er in der am Montag erscheinenden Jahreswertung wieder auf den dritten Platz hinter Novak Djokovic und Rafael Nadal vor.

“Ich bin jetzt richtig erschöpft nach den Tagen von London“, sagte Federer, “Jo-Wilfried hat mir heute noch mal alles abverlangt. Es war wirklich ein verrücktes Match.“

Tsonga ist zunächst der bessere Spieler

In der Tat: das Endspiel war im ersten Satz zunächst nicht nur ausgeglichen, sondern Tsonga, der erstmals beim Abschlussturnier im Finale stand, war sogar der bessere Spieler. Bis zum 3:4 im ersten Satz verlor der 26 Jahre alte Profi aus Le Mans nur einen Punkt bei eigenem Aufschlag. Doch dann zeigte Federer, warum er einer der besten Spieler ist, die dieser Sport je hervorgebracht hat. Mit drei bemerkenswerten Rückhandgewinnschlägen gelang dem Schweizer zu Null das Break und verwandelte anschließend seinen dritten Satzball nach 35 Minuten zum 6:3.

Im zweiten Satz hätte Federer dann Tsonga erneut gleich den Aufschlag abnehmen können. Doch die beiden Breaktbälle beim Stand von 1:1 wehrte der Franzose mit zwei Assen noch ab. Doch beim nächsten Aufschlagspiel hatte er der Präzision und Wucht Federers nichts mehr entgegenzusetzen und musste das Break zum 2:3 hinnehmen. Es war allerdings nicht die Vorentscheidung. Als Federer bei einer 5:4-Führung zum Matchgewinn aufschlug und kam Tsonga zu seinen ersten Braeakchancen - und nutzte sie auch zum 5:5.

Tsonga wehrt Matchball im zweiten Satz ab

Im anschließenden Tiebreak spielte der 16-malige Grand-Slam-Turniersieger dann zunächst konsequenter, führte 5:2 und kam beim 6:5 zu seinem ersten Matchball. Doch Tsonga gewann diesen Punkt und die beiden nächsten Ballwechsel - und holte sich so den Satz mit 7:6.

Im dritten Durchgang konnte sich zunächst keiner der beiden Protagonisten einen Vorteil erspielen. Es war Federer schließlich, der zu den ersten Breakbälle kam, den dritten davon verwertete und mit 5:3 in Führung ging. Ein zweites Mal ließ er sich die Chance auf den Sieg nicht nehmen und verwandelte nach zwei Stunden und 18 Minuten seinen zweiten Matchball zum 6:3

dapd

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