Arthur Abraham ist zum Siegen verdammt

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Arthur Abraham.

Rust - Der frühere Box-Weltmeister Arthur Abraham will am Samstag mit einem erfolgreichen Comeback den Weg zu einem neuen Titelkampf ebnen. Sollte der 31-Jährige scheitern, ist seine Karriere endgültig vorbei.

Die abschließenden Trainingseinheiten und das offizielle Wiegen am Freitagnachmittag absolvierte Arthur Abraham in einem Freizeitpark. Im Fall eines Scheiterns bei seinem Comebackversuch wird der frühere Box-Weltmeister allerdings mehr Freizeit haben, als ihm lieb ist. Wenn Abraham am Samstag in Offenburg (22.45 Uhr/ARD) nach seiner achtmonatigen Ring-Abstinenz gegen den international unbekannten Argentinier Pablo Farias kein überzeugender Auftritt gelingt, ist die ohnehin am Boden liegende Karriere des 31-Jährigen endgültig vorüber.

„Es geht um Alles oder Nichts. Verlieren darf Arthur nicht, sonst ist es vorbei. Dann geht bei Arthur das Licht aus“, sagte Abrahams Promoter Kalle Sauerland vor dem als Aufbaukampf geplanten Fight im Supermittelgewicht in der Baden-Arena. Trainer Ulli Wegner sieht es genauso. „Noch eine Beule kann seine Karriere nicht verkraften“, äußerte der Coach. Immerhin scheint auch Abraham mittlerweile wieder zu wissen, was die Stunde geschlagen hat: „Ich will nicht gewinnen, ich muss gewinnen.“

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Wie tief der frühere Mittelgewichts-Weltmeister gesunken ist, zeigen schon alleine die Umstände des Kampfes gegen Farias, der erstmals außerhalb seines Heimatlandes einen Profikampf absolviert. Früher stieg der Berliner in der Hauptstadt vor mehr als 12.000 Zuschauern in den Ring, diesmal werden 4000 Boxfans in der badischen Provinz erwartet. Zu seinen besten Zeiten kassierte Abraham rund 1,5 Millionen Euro pro Fight, diesmal verdient er gerade einmal 95.000 Euro.

Nach dem Willen Abrahams, der sich insgesamt zehn Millionen Euro erboxt hat, soll es ab Samstag wieder bergauf gehen. Der gebürtige Armenier hat genug von den Schlagzeilen über seinen luxuriösen Lebenswandel mit einem Ferrari und einem eigenen Flugzeug. „Der Samstag ist für mich ein Neuanfang. Ich will mich erfolgreich zurückmelden. Dann will ich dieses Gefühl, Weltmeister zu werden, wieder erleben. Das kann man für kein Geld der Welt kaufen“, sagte Abraham, der in den kommenden Monaten Großes vorhat: „Ich mache ein, zwei Aufbaukämpfe und boxe Ende des Jahres um die WM. Das ist der Plan.“

Dabei hatte es noch vor wenigen Monaten so ausgesehen, als ob Abraham sein unrühmliches Karriere-Ende bereits hinter sich hätte. Nachdem der Champ 2009 seinen IBF-Titel im Mittelgewicht niedergelegt hatte, um am lukrativen Super-Six-Turnier der besten Supermittelgewichtler teilzunehmen, ging es nur noch bergab. Abraham zeigte eine Klasse höher deutliche Schwächen, verlor drei seiner vier Fights und schied vorzeitig aus.

„Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht und Lehren aus den letzten Kämpfen gezogen“, sagte Abraham, der zuletzt im Mai 2011 einstimmig nach Punkten gegen Andre Ward (USA) verloren hatte. „Ich habe damit abgeschlossen. Für mich zählt das, was kommt“, sagte Abraham, der seinen Vertrag mit dem Sauerland-Boxstall Ende vergangenen Jahres bis 2014 verlängert hat.

Im Gegensatz zu seiner Kampfbilanz im Supermittelgewicht hat Abraham eine Klasse tiefer alle seine 30 Profikämpfe gewonnen und den WM-Titel zehnmal verteidigt. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass Abraham noch einmal ins Mittelgewicht zurückkehren wird: „Ich will meinen Körper nicht kaputtmachen.“

Neben dem Abraham-Kampf wird den Zuschauern in Offenburg ein WM-Fight im Supermittelgewicht geboten. WBO-Champion Robert Stieglitz (Magdeburg) tritt gegen den krassen Außenseiter Henry Weber aus Stralsund an. Die Bedeutung dieses Kampfes zeigt die ARD-Übertragung: Der Abraham-Fight wird live gezeigt, der Kampf von Stieglitz geht danach als Aufzeichnung über den Sender.

sid

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